Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
327
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Eürsorge auf dem Gebiete des Krankenpflege-Unterrichts. 327

erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es solcher Einrichtungen,die selbst den isolirt stehenden Pflegepersonen eine Theilnahme an denfachlichen und beruflichen Fortschritten der Gegenwart gestatten. Wasdie einem genossenschaftlichen Verbände zugehörigen Pflegepersonen be-trifft, so hat man vorgeschlagen, dass eine lange dauernde, ununter-brochene Bethätigung in Gemeindepflegen auf dem Lande überhauptmöglichst vermieden werden und die Beschäftigung der einzelnen Ver-bandsangehörigen so geregelt werden solle, dass auf eine gewisseThätigkeitszeit in der Privat- und Gemeindepflege stets immer wiedereine Zeit der Pflegethätigkeit im Krankenhause folgt; hierdurch wird zueiner Wiederauffrischung der Kenntnisse und zu einer Annäherung andie Ausbildungsstätten der betreffenden Organisation Gelegenheit geboten.Während der jeweiligen Hospitalthätigkeit können alsdann die älterenJahrgängen zugehörenden Pflegepersonen an geeigneten Wiederholungs-cursen, welche durch die Anstaltsärzte abgehalten werden, theilnehmen,bezw. ab und zu veranlasst werden, den theoretischen Vorlesungen,welche in erster Linie für die neueingetretenen Zöglinge bestimmt sind,beizuwohnen. Ein ferneres, sehr wichtiges und wirksames Hilfsmittel,um eine geeignete Fortbildung der bereits fertig geschulten und imBerufe thätigen Pflegepersonen zu erzielen, bildet die Leetüre passenderLehrbücher und vor Allem geeigneter periodischer Fachschriften. Esist wünschensAverth, dass von Seiten der Verbandsleitungen dafür Sorgegetragen wird, dass jede Pflegeschule mit einer zweckmässig zusammen-gestellten Fachbibliothek ausgerüstet ist, deren Bestandteile auch denauswärts beschäftigten Verbandsmitgliedern leihweise zugänglich sind.Die für diese Zwecke in Frage kommenden Lehrbücher und Leitfädenüber Krankenpflege sind bereits oben erwähnt worden. Von periodischenFachschriften, die sich für das Pflegepersonal nach Ton und Inhalteignen, sind zu nennen: 1. Die als Fachzeitschrift für die Gesammt-interessen des Krankenpflegeberufes 2 mal monatlich erscheinende, vonE. Dietrich und P. Jacobsohn begründete und vom Verfasser redi-girteDeutsche Krankenpflege - Zeitung" (Verlag E. Staude, Berlin).2. Deutscher Kalender für Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen.Jahrgang 1899, 1900, 1901. Herausgegeben von G. Meyer. (VerlagJ. Rosenheim, Frankfurt a. M.) 3. speciell für Irrenpflegepersonen: DieIrrenpflege. Monatsblatt zur Hebung, Belehrung und Unterhaltung desIrrenpflegepersonals. Herausgegeben von K. Alt. (Verlag C. Marhold,Halle a. S.). Alle diese litterarischen Unternehmungen sind mit Erfolgbestrebt, die im Berufe thätigen männlichen und weiblichen Pflege-personen, ohne Rücksicht darauf, ob sie geistlichen oder weltlichenCharakter haben, ob sie einer Genossenschaft angehören oder nicht,über die Fortschritte und Leistungen auf dem Gebiete der Krankenpflegedauernd zu belehren und durch Vorführung gediegener Abhandlungenaus der Feder erfahrener Fachleute zu fördern. Man bemüht sich zu-gleich durch das Band beruflicher Zusammengehörigkeit ein Gefühl derGollegialität und gegenseitigen Achtung unter den Pflegepersonen hervor-