286 P. .Jacobsoll n,
dauernden engen Connex auch der fertig geschulten Mitglieder unterein-ander und mit der Ausbildungsstätte zur Perception kommt. Und selbstdiejenigen Krankenpflege-Schulen, welche sich aus älterer Zeit im An-Sßhluss an einige grosse allgemeine Krankenhäuser zum Zwecke derAusbildung von „Wärtern" und „Wärterinnen" erhalten und daher vondem Einflüsse der genossenschaftlichen Organisationen unabhängig ent-wickelt hatten, wurden nunmehr veranlasst den reformatorischen Be-strebungen auf dem Gebiete des Krankenpflege-Unterrichts Rechnung zutragen, den Umfang des Unterrichtspensums zu erweitern und die Lehr-zeit zu verlängern. Die immer allgemeineren Boden findende Anschau-ung, dass weibliche Pflegekräfte als die vorzüglichsten zu betrachtenseien, brachte es mit sich, dass fast die gesammten neueren Bestrebungenzur Weiterentwickelung des Krankenpflege-Unterrichts sich auf die geord-nete Heranbildung berufsmässiger Krankenpflegerinnen concentrirten,während die Förderung des Unterrichts für männliche Pflegepersonenganz in den Hintergrund gedrängt wurde; die Ausbildung männlicherPflegekräfte beschränkte sich allein auf die Zöglinge der barmherzigenBruder-Orden und der Diakonen-Anstalten sowie auf die in den Wärter-schulen unterrichteten Personen. Bei allen Erfolgen aber, welche diemodernen Pflegerinnen-Schulen erzielt haben, und bei allen Vervollkomm-nungen, welche der Krankenpflege-Unterricht im Bereiche dieser Instituteerfahren hat, muss doch an der Thatsache festgehalten werden, dass diemännlichen Krankenpflegepersonen aus wissenschaftlichen Gründen keines-wegs gänzlich entbehrt werden können, wie dies oben näher auscinder-gesetzt wurde, und in dieser Thatsache liegt nicht nur die Berechtigung,sondern auch die nothwendige Aufgabe begründet auch für das Vor-handensein solcher Lehrstätten in ausreichendem Maasse Sorge zu tragen.in denen auch die Heranbildung männlicher Pflegepersonen berücksichtigtwird. Es erscheint daher geboten darauf hinzuweisen, dass auch diesog. Krankenwärterschulen sehr wohl im Stande sind ein den modernenAnforderungen entsprechendes Pflegepersonal zu erziehen, wofern sie nurin genügender Anzahl vorhanden sind und über Lehrkräfte verfügen,welche den Portschritten der neueren Krankenpflegetechnik aufmerksamgefolgt sind. Die bedeutendste Unterrichts-Anstalt für „freie, nichtgenossenschaftliche" Pflegepersonen, welche Deutschland besitzt, ist diebereits erwähnte königl. Krankenwartschule im Oharitekrankenhause zuBerlin, welches Institut sowohl männliche als weibliche Pilegekräfte aus-bildet und sich trotz des Anwachsens genossenschaftlicher Ausbildungs-stätten bis auf unsere Tage leistungsfähig erhalten hat. Naturgemässhat sich auch an dieser Anstalt, welche ihre ursprüngliche Organisationin mancher Beziehung gewahrt hat, der Umfang des Unterrichts all-mählich bedeutend erweitert und ihre Lehrer Gedicke, Ravoth,Riebe!, Salzwedel haben sich eifrig bemüht den Schülern und Schüle-rinnen des Instituts, welchen für die practische Ausbildung das grössteallgemeine deutsche Krankenhaus zur Verfügung steht, durch Wort undSchrift die medicinisch-technischen Errungenschaften auf dem Gebiete