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entwickelten Stande medicinischer Erkenntniss freilich nur auf ziemlichenge Grenzen beschränkte. Die Krankenpflege hatte damals einen haupt-sächlich humanitären Charakter und wurde von den Ordens-Angehörigenin selbstloser, opferwilliger Weise als ein im göttlichen Auftrage über-nommenes frommes Liebeswerk geleistet. Den Kranken, insbesondereden armen Kranken sowohl in den Hospitalern als auch in den Einzel-familien der Gemeinden, wurden nach Maassgabe der traditionell über-lieferten und auch der sclbstständig gemachten Erfahrungen persönlichekleine Liebesdienste erwiesen, es wurden den Unbemittelten und Bedürf-tigen Nahrungsmittel und Geschenke zugeführt und die Leidendendurch den Trost der Religion aufgerichtet. Die Aerztc wendeten derThätigkeit der die Pflege der Kranken ausübenden Personen lange Zeithindurch keine besondere Aufmerksamkeit zu, und sahen sich erst gegenEnde des 18. Jahrhunderts hierzu veranlasst, als die unzureichende Zahlbrauchbarer Hilfskräfte für die Krankenpflege in den grösseren Hospi-tälern unhaltbare Zustände geschaffen hatte. Wohl im Zusammenhangemit dem derzeitigen allgemeinen Aufschwünge des vordem arg vernach-lässigten Hospitalwesens begann bei einer Anzahl einsichtiger Aerztcder Wunsch rege zu werden, ein Pllegcpersonal zu besitzen, welchesunter ärztlicher Anleitung durch einen besonderen geordneten die Fort-schritte der wissenschaftlichen Medicin ausreichend berücksichtigendenUnterricht für die ärztliche Hilfsthätigkeit vorbereitet ist. Theils durchdie unzureichende Zahl der vorhandenen geistlichen Pflegekräfte, theilsdurch die ungenügende Qualität der damaligen weltlichen Pflegepersonen,über deren Unbildung, Rohheit und Unzuverlässigkcit in erheblichemMaasse Klage geführt wurde, auf die Notwendigkeit der Beschaffunggeeigneter Hilfspersonen für die Zwecke der Krankenwartung hingewiesen,suchten Männer wie Unzer, Mai, Pfähler, Wolff, Oarrere u. A. zu-nächst durch Abfassung und Veröffentlichung von kleineren nach ärzt-lichen Bedürfnissen und Gesichtspunkten zusammengestellten Anweisungenfür die Wartung von Kranken einen belehrenden Einlluss auf weitereKreise der berufsmässigen Pflegepersonen zu gewinnen. Diese Anleitun-gen lassen, wenngleich sie, dem damaligen Niveau medicinischen Wissensentsprechend, noch Vieles enthalten, was vom heutigen ärztlichen Stand-punkte als unzutreffend bezeichnet werden muss, doch bereits eine ge-wisse systematische Gliederung des für die Ausbildung der Pflege-personen bestimmten Lehrpensums erkennen, welche als die Grundlagefür die heutzutage übliche Systematik des theoretischen Krankenpflege-Unterrichts angesehen werden muss. Der Erfolg und Beifall, welchendie erwähnten Schriften in ärztlichen Kreisen ernteten und der sichtlicheNutzen, welchen sie für die berufliche Vervollkommnung der Pflege-personen hatten, wurden weiterhin die Veranlassung, dass die Begründungeigener, dauernder, ärztlich geleiteter Institute zur ordnungsmässigenHeranbildung von Pflegepersonal ins Auge gefasst wurde. In einerAnzahl grösserer deutscher Städte, insbesondere im Anschlüsse an dievon den Stadtgemeinden in wachsendem Umfange begründeten Kranken-