2S0 P. Jacobsohn,
vertretene» Geräthe festzulegen und für den Fall nothwendig •werdenderErneuerung oder bezüglicher Nachfrage dient ein besonderes Verzeichnissdas in einem Buche grossen Formats mit zweckmässigem Vordruckniedergelegt ist. Dieses Verzeichniss enthält auch für solche Gegen-stände, welche bei unzweckmässiger Behandlung verderben und unbe-nutzbar werden könnten, geeignete Vorschriften für ihre Erhaltung, undweist im Allgemeinen folgende Rubriken auf: 1. No. des Katalogs, 2. Be-zeichnung des Gegenstandes, 3. Zubehör und Art der Aufstellung, 4. Her-kunft (angegeben, hergestellt, bezogen von . . .), 5. kurze Beschreibungder Art der Anwendung, 6. Anweisung für die Erhaltung, 7. Bemerkun-gen (auf den Preis, die Patentirung etc. des Objects bezüglich) (vgl. M.Mendelsohn, die Krankenpfl.-Sarnmlg. im kgl. Charite-Krankenhause.S.-A. aus Charite-Annalen. 22. Jahrg.).
Abgesehen von ihrem Werthe für den Krankenpflege-Unterricht istdiese Sammlung auch insofern von erheblicher Bedeutung für die Weiter-entwickelung und Vervollkommnung des Krankencomforts, als sie ge-wissermaassen eine Mustersammlung geeigneter technischer Apparateund Geräthe darstellt, wie sie in solcher Vollständigkeit bisher nicht an-zutreffen war. Sie giebt einen systematischen Ueberblick über denStand der derzeitigen Entwickelung der Krankenpflege-Technik und regtden Beschauer an, die vorhandenen Erfindungen auf diesem Gebietezweckmässig zu verbessern. Im Uebrigen enthält die Sammlung nebenden zweckentsprechenden Objecten auch solche, welche vor dem Forumärztlich-therapeutischer Begutachtung nicht Stand halten und somit ge-wissermaassen die „Verfälschungen" der Krankenpflege-Heilmittel dar-stellen. Jedenfalls hat ihre Einrichtung mit dazu beigetragen, dasInteresse speciell der Acrzte und der noch in der Ausbildung befind-lichen Mediciner in erhöhtem Maassc auf dieses mehr technische Arbeits-feld hinzuweisen und den Hilfsmitteln des Krankencomforts eine all-gemeine erhöhte Beachtung für die Therapie zu gewinnen. Bei den
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Fabrikanten hat sich ein wohlthätiger Einfluss insofern geltend gemacht,als die Concurrenz Gutes und immer Besseres in der Herstellung derKrankenpflege-Objecte zu leisten, sich in den letzten Jahren wesentlichgesteigert hat, welcher Umstand wiederum auf die Weiterentwickelungder Technik günstig einwirken muss. Letzterer Effect ist ohne Zweifelin noch wesentlich umfangreicherem Maasse durch die grossen Kranken-pflege-Ausstellungen der letzten Jahre (Berlin und Frankfurt a. M.1899 und 1900) erreicht worden, welche, von berufenen Sach-verständigen organisirt, auch weiteren Kreisen ein getreues Bild vondem gegenwärtigen Niveau des Krankencomforts vorführen konnten.Insbesondere hat die Berliner Ausstellung auch der Krankenpflege-Samm-lung zu einer ansehnlichen weiteren Bereicherung ihres Bestandes ver-holfen, so dass bereits infolge der sich geltend machenden räumlichenUnzulänglichkeiten der Wunsch an maassgebender Stelle rege gewordenist, die stets wachsende Unterrichts-Sammlung allmählich zu einem„Museum für Krankenpflege" zu erweitern.