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zimmer der Großherzogin lag, wieder zurück zu fischen, daß sie esgar nicht gesehen. Meine Redaction der Großherzl. Briefe ist fertig,e s kommt nur darauf an, ehe ich sie Ihnen zusende, zu wissen, obtfian sie nicht auf ein Paar Tage an Cotta zu senden sich bewogen^ühle, da dieser die größte Lust zum Verlag hat, aber vorher Ein-sicht des ganzen Manuscripts verlangt, ein Verlangen, das nichter füllbar ist, aber vielleicht durch Mittheilung dieser und der Herder-schen Briefe, als des köstlichen Theils der Briefsammlung einiger-maßen befriedigt werden könnte. Knebels haben dieserhalb an". D. Mund geschrieben. Meiner Meinung nach gebühren Herrn^und nicht ioo Rthlr., sondern 2—300 Rthlr. für die nicht geringeMühe der Redaction, allein den Knebeischen Erben ist es auch nichtzu verdenken, wenn sie mehr als nur 1000 Rthlr. für sich zu erlangenversuchen." Cotta werde sich jedenfalls „honett erklären", da ihmam Verlag des Buches gelegen sei.
Ähnlich hatte sich Müller schon zu Karl August Böttiger in Dres-den ausgesprochen, der ehemals in Weimar gewesen und als „Ma-gister Ubique" in Goethes Freundeskreis kein gutes Andenken hinter-lassen hatte. Er kannte die „Schriften in bunter Reihe" auch nochnicht und fürchtete, die von Müller getadelte Stelle beziehe sich aufAn selbst. Müller teilte sie ihm daher am 19. Oktober wörtlich mitund fügte hinzu: „Sie werden mir zugeben, daß dies sehr sansku-lottisch klingt und für Herdern um so weniger paßt, je mehr Wohl-thaten ihn von der Güte fürstlicher Herzen hätten überzeugen sollen.Daß man so etwas in einer Anwandlung schlechten Humors aus-spricht, ist allenfalls noch verzeihlich, die Taktlosigkeit des HerrnMundt aber, es drucken zu lassen, ist unverzeihlich. Sie müssenschon 17 Gr. daran wenden und sich das fragl. Mundtsche I. Heftbunter Schriften sogleich verschreiben lassen. Denn die abgedruck-ten Briefe sind im übrigen zu köstlich, zu unvergleichlich und zupikant, als daß Sie nicht ihrer sehr froh werden sollten."
Die Stelle, die in Weimar den meisten Anstoß erregte, war einWort Herders in seinem Brief an Knebel vom 2. März 1785; erspricht da vom Herzog von Gotha, dessen Mätresse gestorben undder nach Weimar gekommen sei, um sich trösten zu lassen. „Er hatmir viel von der Qual eines zu empfindlichen Herzens gesprochen,was ich nicht verstand, weil ich die Veranlassung dazu nicht wußte,also auch nicht comme il faut beantwortet habe. Trödelkram, Trödel-kram, lieber Knebel, ist das Meiste auf der Erde, und die Herzender Fürsten sind kostbare Stücke in dieser Bude. Kaufe sie, werwill; mir ist ein Dreier lieber." Die zweite, den Weimaranern fataleStelle findet sich in einem Brief Karl Augusts selbst vom 26. De-zember 1785: er meldet dem Freunde Knebel, in acht Tagen reiseer nach Berlin, werde sich aber so bald wie möglich „des Anblicks