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der vielen blauen Sklaven entziehn". Diese wenig schmeichelhafteCharakteristik der Potsdamer Hofgesellschaft um Friedrich denGroßen konnte in Berlin leicht verstimmen; eine weimarische Prin-zessin war seit 1829 die Gemahlin des Prinzen Wilhelm — Augusta,die spätere Kaiserin. Diese Briefstelle fiel offenbar noch schwererins Gewicht, als die erste; die Großherzogin Maria Paulowna, dieMutter der Prinzeß Augusta, lernte das Probeheft, trotz der Vor-zimmerpraktiken des Kanzlers, schließlich doch kennen und wirdkategorisch die Beseitigung der „blauen Sklaven" verlangt haben.In der Ausgabe des Nachlasses (I, 147) selbst fehlen sie; es stehtda ohne jede Anzüglichkeit: „So bald wie möglich werde ich mi cl1wieder los machen." Herders Urteil über die Fürstenherzen (II, 24 1 - 1aber blieb unverändert, allerdings auch nicht mit Willen des Kanz-lers, wie sich noch zeigen wird.
Als jene Proben in den „Schriften in bunter Reihe" erschienen,war die rein geschäftliche Seite des Unternehmens noch keineswegsgeordnet. Vielmehr schien die ganze Veröffentlichung in aussichts-lose Ferne gerückt. Was schon der Kanzler angedeutet hatte, be-stätigte Mundt in folgendem Brief an Varnhagen:
„Verehrtester Herr Geheimer Rath!
In Folge eines Schreibens, das ich so eben von der KnebeischenFamilie erhalte, muß ich Ihnen als dem Mitherausgeber des in Fragestehenden Nachlasses, anzeigen, daß dieselbe das durch mich be-wirkte Gebot der Reichenbach'schen Buchhandlung von 1000 Thlr.weit unter ihren Erwartungen gefunden hat. Sie stellt uns als .unab-änderliche' Bedingung bei dem Verkauf, daß wir ihr mindestensZweitausend Thaler Gold verschaffen sollen, wofür der Verleger dasRecht nur auf eine Auflage erhalten darf, und außerdem das Honorarfür die Herausgeber noch besonders auf sich zu nehmen hat.
Ich wünschte selbst, wir lebten in solchen glücklichen Zeiten-Einstweilen aber habe ich an den Geheimrath Schulze und damitan den Herrn Minister die Erklärung abgegeben: daß ich von allenden Knebeischen Nachlaß betreffenden Geldverhältnissen, sowieüberhaupt von dem buchhändlerischen Verkauf desselben, entferntzu bleiben wünsche.
Ich entsinne mich überhaupt nicht, daß uns ein anderer als lite-rarischer Auftrag bei dieser Angelegenheit geworden wäre. Bloß ausfreundschaftlichem Interesse, und um mich dem Herrn Minister zuverbinden, hatte ich es übernommen, mit Veit, meinem FreundeReichenbach und der Myliusischen Buchhandlung anzuknüpfen, undes that mir fast schon leid, daß gerade Reichenbach das höchsteRisico hatte auf sich nehmen wollen.
Wahrscheinlich wird der ganze Nachlaß nun ungedruckt bleiben