Druckschrift 
2 (1928)
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

v. KNEBEL 33 2

ausübte, als dieser von der Akademie kommend einige Zeit zuWeimar u. Jena weilte, ist allerdings in der Seele des letztern einherrliches Bild aus Knebels bester Zeit entstanden, dessen Züge ermir im J. 1826, als ich ihn zu Kissingen traf, mit dankbarer Bered-samkeit und mit den lebhaftesten Farben entwarf. Zu H. Mund hegeich selbst gar gutes Vertrauen, aber freylich noch wünschenswertherbliebe, Knebels Denkmal von Ihrer Hand aufgestellt zu sehen.Jedenfalls lassen Sie uns auf Ihr thätiges Mitwirken hoffen."

Der Auftrag an Mundt scheint in diesen Sommermonaten erfolgtzu sein, vielleicht in einer persönlichen Audienz bei dem Minister oderdurch Johannes Schulze. Briefe Altensteins darüber liegen nichtvor; die wenigen Briefe Mundts an Altenstein, die ich in Händenhabe, sind erst aus dem Winter 1834/35. I m Juli 1834 war Mundt inJena, um den Knebeischen Nachlaß zu ordnen und die Papiere ansich zu nehmen; am 11. Juli besuchte er auch den Kanzler v. Müllerin Weimar, der als Berater der Knebeischen Familie, zugleich aberals Vertrauensmann des großherzoglichen Hauses auftrat; der Nach-laß enthielt zahlreiche Briefe des verstorbenen Großherzogs KarlAugust, in denen mancherlei stand, was man bei Hofe zu öffentlicherMitteilung für wenig oder gar nicht geeignet hielt. Die GroßherzoginMaria Paulowna hatte daher den Kanzler beauftragt, beim Druckdieser Briefe den Zensor zu machen. Das war ohne Zweifel mitMundt und dann auch mit Varnhagen mündlich erörtert worden,als dieser im September einige Tage in Weimar war (vgl. darüber den2. Band meiner Eckermann-Biographie, S. 394 f.). Varnhagen warerst kurze Zeit daheim, als er unterm 1. Oktober schon wieder einSchreiben des Kanzlers erhielt, das sich auch mit den noch unge-klärten geschäftlichen Fragen des Unternehmens beschäftigte:

„Der Knebeische Nachlaß bekümmert mich sehr. D. Mund hat einGebot von 1000 Rthlr. gemeldet. Darüber sind Fr. v. Knebel u. Söhnegewaltig erschrocken. Bey diesem Gebot sollen die Redactionskostennoch außerdem vom Verleger getragen werden. Die Erben warenaber, nach den ursprüngl. Äußerungen des H. Ministers v. Altenstein,der Hofnung, Er sey gesonnen, die Redaction auf seine Kosten be-sorgen zu lassen u. seine wohlthätige Absicht bestehe eben geradedarin, daß der Verlags-Erlöß ihnen, den Erben, unverkürzt ver-schafft werde, da ihr ganzes Erbtheil darin besteht, ja noch Schuldenda sind. Denn meinen sie, wenn das Honorar von ihnen praestirtwerden müßte, so würden sie ja nicht besser daran sein, als wennsie hier oder zu Jena die Redaction selbst hätten besorgen lassen.

Das ist nun ein höchst delicater Punct; ich bat Sie daher schonmündl., mit Schulz darüber vertraulich zu sprechen, der dieVerhältnisse zum Minister genau kennt u. der Knebels aufrichtigstwohl will. Diese Bitte vergönnen Sie mir zu wiederhohlen."