Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
240
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240 P. Jacobsohn,

grosse das Kleid bedeckende Ueberschürzen aus grober Leinewand ohneTaschen, deren Bänder nicht am Boden schleifen dürfen, und die imströmenden Wasserdampf sterilisirt werden können. Sehr zweckmässigist auch das von L. Fürst angegebene Ueberkleid für Pflegerinnen (vgl.Zeitschr. f. Krankenpfl. 1896. pag. 107). Bei durchnässenden. Ver-richtungen (Operationen, auch bei gröberen Hausarbeiten, beim Baden,Instrumentereinigen, Leichenwaschen) kann auf dem Dienstkleid nocheine wasserundurchlässige Deckschürze (Mosetig-Battist!) getragenwerden. Leber die Kleidung des männlichen Pflegepersonals sindnicht viel Worte zu machen. Am geeignetsten ist die Kleidung derfreiwilligen Militär-Krankenpfleger und der Lazarethgehilfen. Erforderlichist grösste Sauberkeit bei der Haar- und Barttracht, Kurzhalten derHaare; ferner leichte Waschbarkeit der Kleidungsstücke, Unterkleideraus porösem Baumwollenstoff, Überkleider aus glattem, hellen Leinen-oder Baumwollstoff. Für den Oberrock ist die beste Form die bis zumoberen Drittel des Oberschenkels reichende und am Hals hochgeschlossene,mit niedrigem Klappkragen versehene Litewka, die am Rücken durchRiegel oder Gummiband zusammengehalten wird; die Aermel sind mittel-weit und heraufschlagbar zu gestalten. Das Schuhzeug sei ähnlich wiehei den Pflegerinnen. Im Operationsdienst ist das Tragen weisserWaschmützen empfehlenswert!!.

b) Personelle Krankenwartung in der Privatpflege.Die personelle Krankenwartung im Privathause bietet in vielfacherBeziehung so eigenartige Verhältnisse, dass sie eine gesonderte Be-trachtung erheischt. Es handelt sich hier nicht um die Pflege mehrererin demselben Räume untergebrachter Kranker, die gleichzeitig die Für-sorge einer einzigen Pflegeperson beanspruchen, sondern fast stets ist esnur ein Kranker, der der sorgenden Obhut bedarf. Und andererseitsvollzieht sich die Pflegethätigkeit hier nicht in eigens für die Kranken-pflege erbauten und eingerichteten Instituten, wie sie die modernenKrankenanstalten darstellen, sondern in zunächst für den Aufenthalt Ge-sunder bestimmten privaten Wohnräumen. Das sind die beiden ammeisten ins Auge springenden Unterschiede beim Vergleiche der Hospital-pflege und Privatpflege; ;sie sind so schwerwiegende, dass sie auf dieArt und die Erfordernisse der personellen Kranken Wartung in'mannig-facher Hinsicht einen sehr erheblichen Einfluss äussern. Es ist nichteben leicht zu entscheiden, welche Art der Krankenpflege die schwierigereund anforderungsreichere ist, die Krankenhauspflege oder die Familien-pflege. Wenn man annehmen sollte, dass es doch leichter sein müsse nureinem Kranken sich zu widmen, als mehreren, wie im Hospitale, gleich-zeitig, so ist: hinwiederum dagegen zu halten, dass die Pflegepersonen beider privaten Pflege doch in höherem Grade.auf sieh selbst angewiesensind als im Krankenhause, wo ihnen jederzeit Hilfe und Unterstützungseitens der Anstaltsärzte'und ihrer Berufsgenossen zur Hand ist. InderPrivatpflege liegt in, der That, wie; mit Recht hervorgehoben worden ist,