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bisher sich zum überwiegenden Theile nur mit der Heranbildung weib-lichen Personals befasst haben, während sich heutzutage auch einsteigendes Bedürfniss nach gutem männlichen Pflegepersonal geltendmacht, weil, wie bereits berührt, in vielen Fällen die weibliche Kraft fürdie physischen Aufgaben nicht ausreicht, in anderen auch sittlicheRücksichten gegen die Verwendung weiblichen Personals in Fragekommen. Am augenfälligsten gilt dies für die männlichen Abtheilungender Anstalten für Geisteskranke, Epileptiker, Idioten, die Stationen fürHaut- und Geschlechtskranke etc.
Wenn auch zugegeben werden muss, dass das Lobnpflegepersonal,und zwar das männliche wie das weibliche, welches in früheren Zeitenfast überall in den Krankenanstalten zu finden war, den ärztlichen An-forderungen durchweg in keiner Weise genügte und, wie zahlreicheSchilderungen der damaligen Aerzte bezeugen, nicht selten die ihm an-vertrauten Kranken in roher Weise behandelte, so ist andererseits dochdie Thatsache nicht wegzuleugnen, dass sich diese Verhältnisse besondersin letzter Zeit wesentlich gebessert haben, so dass sich jetzt auch inden Reihen des Lohn Pflegepersonals eine nicht unerhebliche Anzahl vontüchtigen und für die Krankenwartung gut verwendbaren Personen vor-findet. Es ist sicherlich mit Freuden zu begrüssen, dass gerade vonärztlicher Seite in letzter Zeit Werth darauf gelegt und eine aufmerk-same Mühewaltung dahin gerichtet wurde, die ethischen nnd fach wissen-schaftlichen Fähigkeiten der gewerbsmässigen Pflegepersonen sowohl fürden Anstaltsdiensl als die Privatpflege zu verbessern und auf eine Stufezu erheben, die einen Abstand von dem früher allein bevorzugten Ge-nossenschaftspersonal weniger erkennbar und fühlbar macht (K. Alt,E. Dietrich, P. Jacobsohn, G. Meyer); der Fortschritt liegt darin,dass man sich früher damit begnügte festzustellen und immer wiederzu betonen, dass die „Krankenwärter" und „Krankenwärterinnen" eineminderwerthige Pflegegruppe darstellten, während man damals die aus-sichtsvollen Wege die vorhandenen Schäden abzustellen nicht voll er-kannte. Es fehlte die in .richtiger Weise helfend eingreifende Handsachkundiger Aerzte, die sich erst dem Lohnpflegepersonal mit dernöthigen Ausdauer, Lust und Liebe zur Sache hinstrecken musste,um es durch geeignete Belehrung und Anleitung, durch energischerenHinweis auf die ethischen Grundlagen der Krankenpflege, durch geeigneteDarbietung von Fachzeitschriften, Fachkalendern und Fachlehrbüchern,durch Weckung der Antriebe zur Mitarbeit an der eigenen Vervollkomm-nung wirksam zu heben und zu fördern. 'Heute hat sich dieses Strebenbereits als erfolgreich erweisen können, und wie die Umstände jetztliegen, kann man wohl mit Berechtigung behaupten, dass auch dasLohnpflegepersonal für den Krankendienst zu empfehlen sei. Eine andereFrage aber ist es, ob man gut daran thut in derselben KrankenanstaltGenossenschaftspersonal und Lohnpilegepersonal neben einander zu ver-wenden, wie dies jetzt noch in manchen Anstalten geschieht, in derWeise, dass für die eigentliche Krankenptlegethätigkeit fast ausschliess-