Fürsorge auf dem Gebiete der Kranken Wartung. 2^1
liehe Verrichtungen leichterer Art unter Anleitung und Controlle ältererPlleeepersonen, hier etwa eine Extrapflege bei einem Schwerkranken,dort eine Nachtwache; dann übernehmen sie zeitweise einen kleinenKrankensaal, in dem nur Leichtkranke untergebracht sind. Nach undnach werden ihnen sodann immer schwierigere Aufgaben übertragen, siein der Berufstätigkeit immer selbstständiger gemacht, und so erlangen sieschliesslich die nothwendige allseitige practische Berufserfahrung, bis siespäter in die Reihen des Oberpflegepersonals aufrücken, die verant-wortliche Pflege einer eigenen Krankenstation erhalten und nun wiederjüngeren Kräften aus dem Schatze ihrer Erfahrungen und Kenntnissemittheilen können. Wenn auch nach übereinstimmender Ansicht derFachkreise die Pflegepersonen nacli Ablauf eines („Lehr-") Jahres, heut-zutage mit Berechtigung der geschulten Kranken Wartung zugerechnetwerden dürfen, so sind doch eine Reihe von Dienstjahren erforderlich,um ein höheres und gewissermaassen künstlerisch verfeinertes Niveauder Leistungsfähigkeit im Krankenpflegeberufe zu erreichen.
Es kann hier nicht die Aufgabe sein, alle die kleinen technischenEinzelheiten und manuellen Fertigkeiten eingehend zu schildern, welcheim Bereiche der Thätigkeit der personellen Krankenwartung, wie sieheutzutage in den modernen Hospitälern geübt wird, liegen; es mussvielmehr nach dieser Richtung auf die sehr zahlreichen und vielfachauch recht brauchbaren und zweckmässigen Leitfäden und Lehrbücherder practischen Krankenpflege, die in den letzten Jahren, zumeist vonder Iland bewährter Krankenhausleiter, erschienen sind, verwiesen werden.In diesen Schriften — besonders erwähnt seien hier die für das Pflege-personal zur Anleitung bestimmten Werke von Th. Billroth, Rupprecbt,Göring, Wagner, Salzwedel, Lazarus,Witthauer, Sick, Aufrecht,Eichhoff, Courvoisier, E. Lukes etc. — finden die Pflegepersonen an-schauliche', genaue und klare Belehrungen über die so mannigfaltigen undzahlreichen Handgriffe und Kunstfertigkeiten, welche im Krankenpflege-dienste unentbehrlich sind und deren sachgemässe und geschickte Ausführungwesentlich dazu beiträgt dem Kranken seine Unbequemlichkeiten undLeiden zu vermindern und ihm seine Lage zu erleichtern. Wir müssenuns an dieser Stelle darauf beschränken einen Gesammtblick auf dieAufgaben des Hospitalpflegedienstes zu werfen und die wichtigsten Er-fordernisse desselben im Folgenden kurz vor das Auge zu führen.
In denjenigen Hospitälern, in welchen die Nachtpflegepersonen nichtauch noch in die Tagpflege einzugreifen und die am Morgen stattfindendeKrankentoilette zu besorgen haben, welches System nach den obigenErörterungen keineswegs Empfehlung verdient, besteht die erste Aufgabe,welche an die personelle Krankenwartung herantritt, in der Reinigungund körperlichen Ordnung der Kranken, inclusive der erneuten Her-i'ichtung ihrer Lagerstätten. Es folgt dann die tägliche Reinigung derKrankensälc selbst sammt aller in ihnen vorhandenen und in Benutzunggezogenen Gerätbschaften. Hieran wiederum schliesst sich die Aufgabe,den Kranken die Morgenmahlzeit zuzuführen. Diese Thätigkeiten gehen