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Wichtigkeit einer Lebensfrage hat, und daß sich durch dieselbe zuinnigstem Danke verpflichtet fühlen würde
Ew. Excellenz ehrfurchtsvoll ergebenerFrankfurt a. M., 16. October 1858. Dr. Wilhelm Jordan."
Jordans Lustspiel „Die Liebesleugner" war zwar in Berlin auf-geführt worden, aber nicht auf der königlichen Bühne, die bessereTantiemen brachte, sondern im August 1857 auf dem Friedrich-Wil-helmstädtischen Theater. Der Generalintendant der KöniglichenSchauspiele, v. Hülsen, war bekannt dafür, daß er bei seinen Ent-scheidungen über Annahme und Ablehnung von Stücken oft einekleinliche Revanche für politische Vergehen übte oder üben mußte.Der Minister entsprach der Bitte des Dichters und konnte ihm am8. November melden, daß sein Stück von der Königlichen Bühneangenommen worden sei. Die Aufführung der „Witwe des Agis"fand am 12. März 1858 statt, erlebte aber nur zwei Wiederholungen.
[Benutzte Akten: Geheimes Preußisches Staatsarchiv BerlinRep. 77 I Nr. 17 vol. 3; Rep. 77 II Gen. 19 Bd. 3; Rep. 77 II Spec.J. 26 und Seh. 56; Rep. 77 VI J 54. — Dresden Ratsarchiv B. XVII.— Königsberg, Staatsarchiv 39, 8 vol. 2 und 39, 16 vol. 9. — Wien,Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Minister Kolowrat-Akten 240.]
v. KNEBEL, KARL LUDWIG (1744—1834).
Am 23. Februar 1834 starb zu Jena im Alter von fast neunzigJahren der Major Karl Ludwig v. Knebel, der vertraute Freundunserer großen Klassiker, namentlich Goethes, in dessen Leben erbekanntlich eine entscheidende Rolle gespielt hat. Knebel war es,der im Dezember 1774 die erste Bekanntschaft des Dichters mit demdamaligen Erbprinzen von Sachsen-Weimar, Karl August, vermittelteund durch seinen Enthusiasmus für den neuen Freund dessen Be-rufung nach Weimar herbeiführen half oder vielleicht veranlaßte.Noch zu seinen Lebzeiten hatte Knebel den ihm befreundeten preu-ßischen Minister v. Altenstein gebeten, für die Verwertung und Ver-öffentlichung seines literarischen Nachlasses Sorge zu tragen. Eswaren nicht so sehr seine eigenen Schriften, Gedichte nach antikenVorbildern usw., die eine Sammlung verdienten, als vielmehr derwertvolle Briefwechsel, den er mit den hervorragendsten Männernder klassischen Literaturzeit geführt hatte. Schied auch die Korre-spondenz mit Goethe von vornherein aus — ihre Veröffentlichungerfolgte erst 1851 durch Guhrauer —, so lag doch genug Materialvor, um mehrere Bände zu füllen und die Herausgabe des Nach-lasses zu einer dankenswerten Arbeit zu machen. Die in drei Bänden1835 und 1836 im Verlag der Gebrüder Reichenbach zu Leipzig er-folgende Publikation machte denn auch nicht geringes Aufsehen.