Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
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213
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Fürsorge auf dem Gebiete der Kranlenwarfutig. '213

meinen macht sich erfreulicherweise gegenwärtig das Bestreben bemerk-bar, im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen man nicht selten eineeinzige Pflegeperson mit der Fürsorge für 3050 Kranke betraute, dieZahl der in den einzelnen Krankenräumen stationirten Pfleger undPflegerinnen zu erhöhen, um eine sorgsamere und mehr auf die indivi-duellen Bedürfnisse der Kranken Rücksicht nehmende Abwartung zu er-möglichen. Die Durchführung dieses Fortschrittes in der Krankenpflegewird begünstigt und unterstützt durch die in den neueren Kranken-anstalten sich in stetig zunehmendem Maasse zeigende Gepflogenheit,statt weniger grosser,Krankensäle mit vielen Betten lieber eine erheb-lichere Anzahl kleinerer Krankenräume mit verhältnissmässig wenigenKrankenbetten einzurichten. Auf diese Weise wird es möglich, für einenKrankenraum mit 6810 Betten eine besondere Pflegekraft einzu-stellen, zu deren Unterstützung zweckmässigerweise noch eine in derAusbildung begriffene Lehrpflegeperson beigegeben wird. In manchenKrankenanstalten scheitert noch heute die Ausstattung der Kranken-räume mit hinreichenden Kräften für die personelle Kranken Wartung ander Geringfügigkeit der für diesen so wichtigen Zweck zur Verfügungstehenden materiellen Mitteles ist jedoch zu hoffen, dass die der modernenWerthschätzung der wissenschaftlich geordneten Krankenpflege in derKrankenbehandlung entsprechende Einsicht, dass eine gute und aus-reichende personelle Wartung der Kranken eines der wesentlichstenErfordernisse für ein Krankenhaus, das auf der Höhe der Zeit stehenwill, bildet, ausnahmslos dazu führen wird, gerade für diesen Punkt imHospitaletat die notwendigen Mittel flüssig zu machen und zu ermög-lichen, dass einerseits genügend zahlreiche Pflegepersonen auf jederKrankenabtheilung vorhanden sind, andererseits aber die dauernd an-gestellten Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen in allen Anstalten einhinreichend hohes Gehalt beziehen, welches den hohen Anforderungen,die heutzutage an ihre Leistungsfähigkeit gestellt werden, entspricht.Die Erfüllung des letzteren Postulats, für welche neuerlich wiederholt,von Seiten der Aerzte und der Pflegepersonen eingetreten worden ist,dürfte erheblich dazu beitragen, ein ausdauernderes, tüchtigeres Hilfs-personal für die Anstaltspflege zu gewinnen, dürfte auch sicherlich dazudienen, gebildetere Elemente in grösserem Umfange für die personelleKranken Wartung heranzuziehen.

Die Zahl der für die Anstaltspflege benöthigten Pflegepersonen hängt,wie schon berührt, auch von der Art der in den betreffenden Hospitälernuntergebrachten Kranken ab. Besonders ist die Frage von Wichtigkeit,ob es sich um leichtkranke oder schwerkranke Patienten handelt. Fürdie Wachsäle der grösseren allgemeinen Krankenhäuser ist natürlich einzahlreicheres Personal erforderlich, als für die Stationen, auf denen zu-meist umhergehende Kranke oder Rekonvalescenten ihre Unterkunft haben.Da die Pflege schwerkranker, fiebernder, unbehilflicher Personen an dieKrankenwartung häufig fortwährende Anforderungen in Bezug auf Hand-reichungen und Hilfeleistungen stellt, so ist es klar, dass hier eine