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2,1 (1902)
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202 P. Jacobsohn,

lichste hinzustellen ist." In ähnlicherWeise habensich v.Ziemssen, König,Buttersack, Bäumler, Mendelsohn u. A. geäussert. Auch in den neuerenLeitfäden und Lehrbüchern lür Krankenpflegepersonen tritt die Anschau-ung vielfach hervor, dass die Ausübung der Krankenpflegetbätigkeit ambesten in den Händen von Pflegerinnen ruhe. So sagt z. B. Lazarus(Krankenpflege. Handbuch f. Krankenpflegerinnen und Familien. Berlin1897):Wenn zumeist von dem weiblichen Geschlecht Gelegenheit ge-nommen wird, sich diesem Berufe zu widmen, so ist dies eine Folgeder natürlichen Beschaffenheit des Weibes. Weil Zartgefühl, Sanftmuth,Geduld, Fügsamkeit und der Sinn für Sauberkeit die eigensten Mitgabenvon der Natur für die Frau sind und ihre hervorragendsten Charakter-eigenschaften bilden, darum ist die Frau die geborene Krankenpflegerin."Am weitesten geht in der Bevorzugung der weiblichen KrankenpflegeAufrecht (Anleitung zur Krankenpflege. 1898. Wien und Leipzig.A. Holder, pag. 1), indem er sagt:Die Krankenpflege sollte aus-schliesslich den Händen und dem Herzen der Frau anvertraut sein."Diesem extremen Standpunkt entsprechend wenden sich einige derneueren Lehrbücher der Krankenwartung ausschliesslich an die weib-lichen Krankenpflegepersonen., Auch haben in letzter Zeit eine Reihegrösserer Krankenhäuser, wie dies in England und Dänemark schon seitlängerem geschieht, ihre Stationen gänzlich mit weiblichem Pflegepersonalbesetzt, die Männerabtheilungcn einbegriffen, und der Erfolg scheint dieBerechtigung dieser Maassnahme darzuthun. Man kann nun sehr wohlder weiblichen Krankenpflege im Allgemeinen den Vorzug geben unddem weiblichen Geschlechte auch im Allgemeinen eine grössere Be-fähigung zur personellen Krankenwartung vindiciren, welchen Standpunktauch wir vertreten möchten, ohne darum die/Ansicht zu theilen, dassdie männlichen Pflegepersonen ganz von dem Berufe ausgeschlossenwerden sollten. Denn zweifellos giebt es auch, besonders seitdem manin den allerletzten Jahren auch dem männlichen Pflegepersonal undseiner Ausbildung bezw. Fortbildung grössere Aufmerksamkeit zuzuwendenbegonnen hat, eine Anzahl männlicher Krankenpflegepersonen, welchedurchaus als berufstüchtig und leistungsfähig bezeichnet werden müssen.Und, abgesehen davon, hat sich auch erwiesen, dass aus rein sachlichenGründen die männliche Krankenpflege nicht gänzlich entbehrt werdenkann. Mit Recht bekämpft Dietrich (vgl. Deutsche Krankenpflege-Ztg.1898. pag. 4) die Ansicht, dass die männlichen Krankenpfleger nur eineuntergeordnete Rolle spielen und vielleicht ganz auf sie verzichtet werdenkann, indem er daran erinnert, dass es Handreichungen in der Kranken-pflege giebt, für welche die physischen Kräfte des Weibes selten aus-reichen, und dass es auch Handreichungen an Kranken männlichen 'Ge^schlechts giebt, die man den Frauen nicht zumuthen soll. Auch darinkann nur zugestimmt werden, dass, zur Erziehung und Verpflegung vonKnaben und Jünglingen, die an Epilepsie oder Schwachsinn leiden, undzur Wartung der männlichen Geisteskranken, welche in ihren Wahn-vorstellungen die Achtung vor dem Schamgefühl der Frauen nicht zu