Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
189
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Fürsorge auf dem Gebiete der Krankenwartung. 189

die Franziscaner, ferner die armen Dienstmägde Christi, die Borromäe-rinnen, die Clemensschwestern, Cellitinnen, Elisabethinerinnen, Vincen-tinerinnen, Dominikanerinnen, Franziskanerinnen etc., ebenso in Oesterreichdie Deutschritter. Auch in den der Reformation folgenden Jahrhundertenhaben die katholischen Orden, in ihrer Gesammtheit kurzweg als „barm-herzige Schwestern und barmherzige Brüder" bezeichnet, dauernd einehervorragende Stellung auf dem Felde der personellen Krankenwartungbehauptet. Die evangelische Kirche besitzt gleichwerthige Organisationenwie die bisher erwähnten katholischen erst seit den ersten Jahrzehntendes 19. Jahrhunderts, insbesondere seit der Begründung der Diakonen-und Diakonissen-Anstalten (1833 und 1836), deren ausgebildete Brüder(Diakonen) und Schwestern (Diakonissen) zum grössten Theilc seitherin den protestantischen Ländern eine sehr ausgedehnte Krankenpflege-thätigkeit entwickelt haben. Später (1853) trat zu diesen evangelisch-kirchlichen Organisationen noch die Adelsgenossenschaft der Johanniter.Neben diesen auf ausgesprochen kirchlicher Grundlage ruhendenOrganisationen, welche, abgesehen von ihrer Wirksamkeit auf sonstigenculturellen Hilfs- und Pflegegebieten, wie in der Armenpflege, Magda-lenenpflege, Waisenpflege, Gefangenenpflege etc., auch Pflegekräfte fürdie personelle Krankenpflege heranbilden und der Oeffentlichkeit zurVerfügung stellen, haben sich seit dem Beginn des 19. Jahrhundertsauch weltliche Krankenpflegeorganisationen entwickelt, welche wedervon geistlicher Seite begründet worden sind noch auch in direktem Zu-sammenhange mit kirchlichen Institutionen stehen, sondern vielmehr inweltlichen Vereinen ihren Ausgangspunkt haben, die unter dem Schutzefürstlicher Persönlichkeiten, einflussreicher Staatsbeamter und hervor-ragender Organisatoren begründet und einem sehr erfreulichen undsegensreichen Gedeihen zugeleitet worden sind. Es sind dies Verbändevon Frauen und Jungfrauen aller Stände, welche sich die Aufgabestellten besonders in Kriegszeiten und anderen über das Land herein-brechenden Nothständen, bei denen sich der Mangel hinreichender per-soneller Krankenpflege geltend machte, für Heranbildung tüchtigerPflegekräfte Sorge zu tragen und auch selbst in der Noth freiwillig nachKräften mit Hand anzulegen. Grösseren Umfang und grössere Bedeu-tung gewannen diese Bestrebungen im Jahre 1864 durch die Begründungder Genfer internationalen Gesellschaft vom Rothen Kreuz, welcher diemeisten Culturstaaten mit besonderen Vereins-Verbänden angehören.Wenn auch der Hauptzweck dieser Genossenschaften vom Rothen Kreuzsich auf die Krankenfürsorge auf dem Kriegsschauplatze richtet, soliefern doch die zahlreichen von ihnen in den verschiedenen Ländern be-gründeten Krankenanstalten, welche meist mit Ausbildungsschulen fürKrankenpflegepersonen verbunden sind, auch für Friedenszeiten ein werth-volles Contingent an Berufspflegerinnen. Auch in Deutschland verfügtdie Deutsche Gesellschaft vom Rothen Kreuz über eine erheblicheAnzahl vorzüglich ausgebildeter Pflegerinnen, welche nicht nureine wohl vorbereitete Hilfstruppe für den Fall eines plötzlichen