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Werth, und die Bereitwilligkeit zu ihrer treuen und consequenten Be-folgung muss geradezu als eine nothwendige Vorbedingung für eineerfolgreiche Bethätigung in ihm angesehen werden. Auf eine weit-gehende Ausbildung dieser ethischen Fähigkeiten muss bei der Fach-erziehung das grösste Gewicht gelegt werden.
b) Intellectuelle Anforderungen.
Natürliche Intelligenz ist in jedem Berufe von grossem Vortheil;auch in der Krankenpflege trägt sie wesentlich dazu bei, das Niveauder Leistungsfähigkeit zu heben. Die Pflegepersonen müssen einen klarenBlick dafür haben, was dem Kranken im einzelnen Falle seine Leidenerleichtern, seine Lage verbessern könnte, was sie aus dem Schatze derihnen zur Verfügung stehenden Pflegemittel am besten auswählen sollen.Noch mehr aber als das „Was", bei dem ja doch immer der behan-delnde Arzt das Hauptwort zu sprechen hat, 'kann das „Wie" derAusführung Ansprüche an die Intelligenz der Pflegepersonen stellen.Besitzen sie die Fähigkeit, die Bestrebungen des Arztes richtig aufzu-fassen und seinen Absichten in treffender Weise A r erständniss entgegen-zubringen, so können sie ihn in viel weitergehendem Maasse unterstützen,als wenn sie ihre Thätigkeit ohne eigenes Nachdenken nur maschinen-mässig vollführen. Es kann im Hinblick auf eine möglichst geeigneteAusführung der Krankenpflegemaassnahmen nur von Vortheil sein, wenndie Pflegerinnen und Pfleger einigermaassen den Gründen folgen können,welche für die ihnen übertragenen Thätigkeiten vorliegen, und dieZwecke, die mit ihrer Vornahme verfolgt werden. Denn diese Kennt-niss fiösst .ihnen nicht nur mehr Liebe zur Sache und Interesse für ihreBerufstätigkeit ein, sondern giebt ihnen auch die Möglichkeit, dieLeistung der einzelnen Handreichungen etc. in noch zweckmässigemWeise zu bewerkstelligen. Auch das feine Taktgefühl, das als eingrosser Vorzug bei der Krankenpflegethätigkeit angesehen wird, basirtzum Theil, soweit es nicht instinetiv ist, auf der Fähigkeit in subtilerWeise zu überlegen, welches Verhalten in schwierigen Momenten dasfür den Kranken vortheilhafteste ist, ist also gleichfalls auf intellectuelleVorzüge gegründet. Ebenso wird die geistig befähigtere Pflegepersoneine grössere umsieht bei der Krankenwartung an den Tag legen, siewird in höherem Grade in der Lage sein, alle Kleinigkeiten zu über-blicken, alle Verhältnisse in der Umgebung des Kranken unter einheit-lichem Gesichtspunkt zu ordnen. Sie wird auch vermögen, sich ihrTagewerk in geeigneterer Weise cinzutheilen, schliesslich wird es ihrauch eher gelingen, im Umgange mit dem Kranken sich in dessen Lage,in dessen Empfindungen und Gefühle hineinzudenken und diesen Momen-ten verständnissvoll Rechnung zu tragen.
c) Physische Anforderungen.
Da die Krankenpflegethätigkeit untrennbar mit der Leistung körper-licher Anstrengungen und geistiger Anspannung mannigfacher Art vor-