Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
173
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Fürsorge auf dem Gebiete des Kranltencomforts. 173

dieser Hinsicht meist ohne grossen Geldaufwand schon viel Vortheil-haftes erreichen. Licht, gute Luft (hinreichendes Lüften) und Reinlich-keit sind auch hier, wie im Hospitale, für das Wohl des Kranken dieHauptforderungen. Ueber die Beschaffung dieser wichtigen Hilfsmittelder Krankenpflege haben wir bereits eingehende Betrachtungen weiteroben angestellt, so dass hier auf jene Erörterungen verwiesen werdenkann. In diesen Punkten bestehen keine Unterschiede zwischen derFürsorge im Hospitale und im Privathause. Nur darauf mag hier nochbesonders aufmerksam gemacht werden, dass man streng darauf achte,beim Lüften auch wirklich gute Luft in das Krankenzimmer zu be-kommen, nicht aber, worin leider so häufig gefehlt wird, Luft aus engen,finstern Höfen, die mit Kochgerüchen und anderen schädlichen Dünstenvermischt ist. Auch über Heizung und Beleuchtung des Kranken-zimmers ist dem bereits Gesagten nichts hinzuzufügen. Auch heutenoch sind für private Krankenzimmer die Kachelöfen die bestenHeizvorrichtungen und eine gute Oellampe mit grossem Brenner bietetdie beste künstliche Beleuchtung für diesen Raum, da sie die Luft amwenigsten verdirbt. Als Nachtlämpchen sind die kleinen auf Oelschwimmenden, auf einem Blechkreuz befestigten Dochtlämpchen ammeisten zu empfehlen. Was die sonstige Ausstattung des Kranken-zimmers anlangt, so gilt wie im Hospitale auch im Privathause alsGrundregel, dass alle überflüssigen Gegenstände, besonders aber solche,die als Staubfänger wirken können und schwer zu reinigen sind, durch-aus zu entfernen sind. Nui die für die Pflege des Kranken nöthigenObjecte haben im Krankenzimmer Berechtigung. Natürlich darf mandarin nicht so weit gehen, dass schliesslich ausser dem Bette nichtsmehr im Zimmer verbleibt, denn sonst würde der Aufenthaltsort einengar zu traurigen und kahlen Eindruck auf den Kranken machen. Wennman also auf Teppiche, Portieren, Nippes, Polstermöbel und dergleichenauch gern Verzicht leisten wird, so sind doch geeignete Wandbilder,Blumen, grüne Zweige und ähnliche den Kranken erfreuende Hilfsmitteldes Krankencomforts wünschenswerth. Von Möbeln gehört ins Kranken-zimmer nur das Krankenbett, ein Tisch für kleinere Utensilien derPflege, ein bequemer Ruhestuhl für den Kranken, wenn er das Bett ver-lassen darf, und ein Divan fürs Umbetten. Die für bestimmte Maass-nahmen der Krankenpflege hergestellten mannigfachen Apparate und Ge-ra fhschaften, die wir in den vorhergehenden Capiteln geschildert haben,lassen sich in der Privatpflege, wo sie aus materiellen Gründen nichtbeschafft werden können, vielfach durch geeignete Improvisationen er-setzen. Bei der Herstellung solcher improvisirter Unterstützungsmittelist dem Erfindungsgeist der Pflegepersonen grosser Spielraum gegeben.Durch passende Verwendung von im Haushalt vorhandenen Geräthenkann man sich häufig ganz gut bchelfen, ohne kostspieligere Pflege-apparate zur Hand zu haben. Eine vollständige Schilderung aller imEinzelfalle verwendbaren Improvisationen würde uns hier zu weit führen