Fürsorge auf dem Gebiete des Kranlcencomforts. 165
20000 Mark; sie bedeuten aber eine so ausserordentliche Annehmlichkeitim Anstaltsbetriebe und eine so weitgehende Verbesserung speciell inBezug auf die Krankenbeförderung, dass diese Vortheile den grossenKostenaufwand wettmachen. In erster Linie stehen hierbei die Y ortheile,welche den zu überbringenden Kranken selbst erwachsen, wie sie ingrösseren Anstalten bei dem häufig nothwendigen Verlegen von Krankenauf andere Stationen, der Beförderung zum und vom Operationssaal (beidem klinischen Unterricht dienenden Anstalten auch zum und vom Hör-saal), vom Aufnahmezimmer zum Krankensaal etc. sich ergehen. Allediese sich innerhalb der Anstalten vollziehenden Transporte lassen sichjetzt in einer so schonenden Weise ausführen, dass der ruhig in seinemBette liegende Kranke die Bewegungen der Ortsveränderung „kaumempfindet". Wesentlichen Antheil an diesem Fortschritt hat auch dieEinführung der „Krankenbettfahrer". Es sind dies Hilfsgeräthe, welcheeine Ortsbewegung des ganzen Krankenbettes sammt dem darin ruhen-den Kranken ermöglichen, ohne den Kranken irgendwie zu belästigen,ihn selbst in anstrengender Weise zubewegen und ihn schädlichen Er- Fig. 209.
schütterungen auszusetzen. Die aufmit Gummireifen belegten Rädernlaufenden Apparate werden sachgemässan der Bettstelle befestigt, währenddiese gleichzeitig etwas vom Fussbodenclevirt wird, und nunmehr gelingtes, das Bettgestell unhörbar und sanftan den neuen Bestimmungsort zu rollen.
Durch die vereinigte Anwendung von Treppentragstuhl.
Bettfahrer und Lift wird ein derartiger
Transport durch sämmtliche Anstaltsräume sowie in den Garten ausführ-bar. So ergiebt sich auch der weitere Vortheil, selbst sehr schwacheKranke und ßeconvalescenten ohne jede Beschwerlichkeit bei geeigneterWitterung in den Garten bringen und ihnen den wohlthuenden Einfluss vonLuft, Sonne und angenehmer Umgebung zukommen lassen zu können.Neuerdings sind eine Anzahl verschiedenartiger Systeme von Kranken-bettfahrern angegeben worden, bei denen besonders zwei Principe sich alspractisch erwiesen haben. Entweder sind die Apparate so construirt,dass sie aus zwei gleichartigen Theilen bestehen, von welchen der eineam Kopfende, der andere am Fussende des Krankenbettes, das zudiesem Zwecke an den betr. Stellen manuell angehoben werden muss,angeschraubt werden, oder die Construction ist eine derartige, dass dasganze Geräth, auf vier Rädern ruhend, unter das Krankenbett geschobenund dieses dann durch einen Schrauben- oder Hebelmechanismus elevirtund frei beweglich wird. Die erstere Art von Bettfahrern ist im All-gemeinen wohlfeiler, jedoch in der Anwendung umständlicher, weil zurHandhabung stets zwei Personen nothwendig sind, und bietet keine sosichere Gewähr für das Fernhalten von Stössen und Erschütterungen