Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts.

151

Fig. 185.

der Krankenbeliandlung in neuerer Zeit ein besonders sorgfältiges Augen-merk darauf zu richten pflegt, welches Maass an Körperbewegung demKranken überhaupt ohne Nachtheil zugemuthet werden darf. DiesesMaass ist natürlich für jeden einzelnen Kranken ein individuell ganzverschiedenes und richtet sich abgesehen von der beson-deren Art und Schwere der Erkrankung in erster Linieauch nach der persönlichen Widerstandskraft und Er-mattungsfähigkeit des Einzelnen. Während die therapeu-tische Regelung des dem Kranken zu directen Heilzweckenzuzuweisenden Maasses an Bewegung und der Art der-selben dem Gebiete der physikalisch-diätetischen Therapiezufällt, hat die Krankenpflege die Aufgabe, sich mit den-jenigen Körperbewegungen und ihrer zweckmässigen Ge-staltung zu beschäftigen, welche auch im gesunden Zu-stande alltäglich vor sich gehen und sich bei dem Kranken

nur

Fig. 186.

Eisbeutel ausPergament-papier mitdeshalb in etwas veränderter Weise abspielen, weil Holzklammerdieser eben durch den Zustand des Krankseins in seinem nachBrehmer.Verhalten zur Umgebung unter besondere eigenartige Be-dingungen versetzt wird. Die Körperbewegungen des Kranken zerfallennaturgeraäss in zwei Gruppen: 1. in active Bewegungen, d. h. in solche,welche der Kranke selbstthätig unter willkürlicher Anspannung seinerSkelettmuskeln ausführt und 2. in passive Bewegungen, d. h. solche Bewe-gungen des Kranken, welche vermittels der Beihilfeund Unterstützung anderer Personen bewerkstelligtwerden. Es ist klar, dass die activen Bewegungenim Wesentlichen nur da zur Ausführung gelangenkönnen, wo es sich nicht um schwerkranke Per-sonen handelt, während die passiven Bewegungen beisehr stark geschwächten und schwer darnieder-liegenden Kranken fast ausschliesslich zur Geltungkommen. Da für die Pflege schwerkranker Personenes aligemein als ein wichtiger Grundsatz angesehenwird, Muskelanstrcngungen überhaupt nach Möglich-keit ganz zu vermeiden, so sind die Bemühungen inbesonderem Grade darauf gerichtet worden, geeigneteVorkehrungen und Einrichtungen zu schaffen, welchedie Ausführung der nothwendigen Körperbewegungenselbst bei Schwerkranken in einer Weise ermög-lichen, dass die active Muskelthätigkeit der Krankenentweder ganz überflüssig gemacht oder doch durchdie dargebotenen Unterstützungsmittel auf ein Mi-nimum verringert wird. Die Unterstützungsmittel, welche die Kranken-pflege für die Bewegungen der Kranken liefert, sind doppelter Natur;zunächst eine Reihe von bestimmten, in geübter und kunstgerechterWeise auszuführenden Handgriffen von Seiten der Krankenwartung,wie sie in den zahlreichen für Krankenpllcgepersonen bestimmten Leit-

Vorrichtung zum Auf-hängen der Eisbeutel,zum Anschrauben andas Krankenbett.