Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts.
133
Fig. 124.
Fig. 125.
Gründen geboten erscheint. Im Allgemeinen ist es rathsam, die Gläsernicht zu gross zu wählen, etwa in der Grösse eines Bierglases, um ihreHandlichkeit zu erhöhen; zweckmässig werden sie auch mit. einemHenkel versehen. Der untere Theil desGlases wird im Allgemeinen mit Wassergefüllt, um einer Austrocknung des Aus-wurfes entgegenzuwirken; häufig jedochwird aus diagnostischen Gründen Werthdarauf gelegt werden müssen, den Aus-wurf unvermischt zur Beobachtung zuerhalten. Die Benutzung von Taschen-tüchern seitens Kranker zum Entleeren Speigläser für bettlägerige Krankedes Auswurfs ist gänzlich unstatthaft, da aus blauem Glase mit Speitrichter,sich beim Entfalten der Tücher leicht
eingetrocknete Sputumtheile in der Luft verbreiten. Ebensowenig istes zu billigen, dass schwache Kranke veranlasst werden, sich jedesMal aufzurichten und in einen zwischen 2 Betten am Boden stehendenSpeinapf zu spucken; denn abgesehen von der .hiermit verbundenen Anstrengung werden hier- Fig. 126.
bei häufig Theile des Auswurfs auf den Fuss-boden entleert, wo sie leicht eintrocknen unddann verstäubt werden. Neuerdings werdenauch vielfach für bettlägerige Kranke Spei-gläser aus blauem Glase in den Handel ge-bracht, um dem Kranken den Anblick des Speischale für bettlägerigeausgehusteten Sputums zu ersparen; dieselben Kranke aus emaillirtemMetall,sind jedoch nicht sehr zweckmässig, weil sie
auch dem Arzte die Beobachtung der Eigenschaften des Auswurfes er-schweren; sie eignen sich mehr für die Privatpflege als für den Hospital-gebrauch. Empfehlenswerth sind jedoch als Speigeräthe für Bettkrankckleine kreisrunde Porzellannäpfe (Fig. 127) von cy-lindriseher Gestalt, mit Henkel versehen, welche einenaufklappbaren Metalldeckel besitzen, unter dem sichnoch ein mit trichterförmig zulaufender Mittelöffnungversehener, herausnehmbarer Porzellanverschluss be-findet; diese Geräthe sind handlich, leicht zu reini-gen und tragen auch den ästhetischen Anforderungendes Krankencomforts Rechnung. Jedenfalls sind sieden Speigeräthen vorzuziehen, welche überhaupt einetrichterförmige Gestalt besitzen und an ihrem oberen Speischale aus Por-Theile häufig so schmal sind, dass eine Verunreini- zelgung des Randes oder der Aussenfläche sich nurschwer vermeiden lässt (Fig. 124 und 125). Er-wähnt sei hier auch der Vorschlag v. Schrötter's,jedem Kranken, der Sputum entleert, täglich eine mit Deckel ver-sehene Speischale aus gepresstem Papier hinzusetzen, die iedes Mal
Fig. 127.
deckel und Einsalz-Trichter.