132
P.Jacobsohn,
Fig. 122.
Fig. 123.
Maasse anzupassen. Die fundamentale Forderung, welche wir bei allenGerätschaften des Kranken com forts stets wiederfinden, ist auch hier inder peinlichsten und sorgfältigsten Reinhaltung aller in Frage kommen-den Behältnisse zu erblicken. Sämmtliche derartigen Geräthe bedürfeneiner häufigen und gründlichen Reinigung, bei welcher stets aus-giebiges Auswaschen mit warmem Wasser und Kaliseife mit nachfol-gender mehrmaliger Ausspülung durch desinficirende Flüssigkeiten (Sol.Kali permang., 3 pCt. Carbol-Lösung) zu verbinden ist. Die besonderenVerhältnisse des Hospitallebens bedingen auch hier eigenartige Einrich-tungen. Zunächst unterscheiden sich die Gerätbschaften, welche hierhergehören, danach, ob es sich um bettlägerige oder um umhergehendeKranke handelt. Kranke, welche dauernd das Bett hüten müssen, undderen Körperkräfte in besonderem Maasse Schonung erheischen, be-dürfen solcher Speigeräthe, welche bequem und leicht ergriffen werdenkönnen, ohne dass der Kranke sich aufzusetzen braucht. Es ist dahernöthig, dass die Speischalen in unmittelbarer Nähe des Kopfendes desKrankenbettes Aufstellung finden. Gewöhnlich werden dieselben auf der
oberen Glasplatte des Nachttischchensplacirt. Die in den meisten Krän-kenhäusern zur Verwendung gelangen-den Speigeräthe für bettlägerige Krankesind die sogenannten Speigläser; siebesitzen eine ähnliche Form, wie diein Fig. 93 abgebildeten Urin-Behält-nisse, aus farblos-durchsichtigem Glase,am Boden ausgeschweift und amHalse der leichteren Erfassbarkeit halber verschmälert. Nur sind sieentsprechend kleiner. Diese Geräthe haben den Vorzug der Billigkeit;sie sind leicht auf ihre Sauberkeit zu controliren und hinsichtlich derBeschaffenheit ihres Inhaltes zu beobachten. Sie sowohl als auch allesonstigen Speigeräthe müssen, während sie unbenutzt dastehen, stetssorgfältig verschlossen gehalten werden. Zweckmässige Verschlüsse fürdiese Gläser werden durch kreisrunde Glasplatten, die an ihrer Unter-fläche mit etwas Vaselin luftdicht abschliessend gemacht werden, oderrunde Metall platten, die mit einem Knopf verschen sind, dargestellt.Niemals dürfen die Speigläser unbedeckt stehen, da die Verbreitungaustrocknender Sputumtheilchen in der Krankenzimmerluft unbedingtvermieden werden muss. Verschlussdeckel von Pappe, Holz oderPapiermache sind zu verwerfen. Um einen noch sichereren Ab-schluss des Inhaltes zu ermöglichen, bat Merke vorgeschlagen, dieGläser in besondere kleine verschliessbare Metallkästchen einzustellen,welche an die Nachttischplatte angeschraubt werden. Durch dieses Ver-fahren wird gleichzeitig erreicht, was schon üieffenbach durch Um-geben des Glases mit einem Bogen Schreibpapier erzielen wollte, dassnämlich dem Kranken der dauernde Anblick des gefüllten Speiglasesentzogen wird, eine Rücksicht, deren Beobachtung aus psychischen
Speigläser für bettlägerige Kranke.