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P. Jacobsohn,
Fig. 93.
Uringläser für Kranke.
welche stets mit einem Metalldeckel verschlossen sein müssen. Es istnothwendig für diese Behältnisse farblos durchsichtiges Glas zu wählen,um nicht durch die Färbung des Glases über die Farbe des Inhalts sichtäuschen zu lassen (Fig. 93). Die Gefässe finden zweckmässig ihrenPlatz auf der unteren Glasplatte des Nachttischchens. Da eine Reihe vonKranken nicht vermag unter den Augen anderer Personen Urin zu lassen,weil sich bei ihnen psychische Hemmungen geltend machen, ist es
wünschenswerth durch vom Krankenhervorziehbare Portieren die Möglich-keit eines Abschlusses von denZimmergenossen während der Ent-leerung zu schaffen. Bei schwachenKranken ist stets die Hilfe von Seitendes Pflegepersonals nothwendig, dadas Ergreifen des Uringlases denKranken schon zu sehr anstrengt. Inmanchen Krankenhäusern sind dieUriiigläser mit einem Handgriff ver-sehen, der sie einem Bierseidel ähnlichmacht, um ihr Ergreifen dem Krankenzu erleichtern. Immerhin ist es bei ihrer Anwendung nothwendig, dasssich der Kranke ein wenig aufsetzt, weil sonst leicht die Bettstücke mitUrin verunreinigt werden. Um diese Unbequemlichkeit zu vermeiden,hat man besondere Urinbehältnisse für dauernd bettlägerige Kranke con-struirt, die sog. Urinenten, welche den Kranken durch das Pflegepersonalzwischen die Schenkel gelegt werden. Diese Gefässe sind gleichfalls ausGlas hergestellt; sie besitzen eine platte Grundfläche, welche ihr Auf-stellen auf dem Laken erleichtert, eineF 'g- 94. geschweifte, glockenförmige, längliche
Gestalt, einen schmäleren schräg nachoben gebogenen Halsansatz, wodurch siein der That eine gewisse Aehnlichkeitmit einer Ente bekommen. Wenn siesorgfältig zwischen die Schenkel desKranken gelegt werden, sodass die Mün-dung des Halsansatzes der äusseren Harn-röhrenöffnung genau entspricht, ist eineBenetzung des Bettes ausgeschlossen. Sie eignen sich besonders auchfür den Gebranch bei Kranken, deren Sensorium nicht ganz klar ist,und bei Kranken, welche an häufigem, unwillkürlichem Harnabgangleiden, da sie längere Zeit hindurch im Bette verbleiben können (Fig. 94).Allerdings müssen die Geräthe stets vor der Darreichung durch Hinein-giessen von etwas warmem Wasser angewärmt werden, um dem Krankendie unangenehme Empfindung des kalten Glases zu ersparen. Man unter-scheidet männliche und weibliche Urinenten, je nach der verschiedenenForm des Halsansatzes, welche durch die differente Gestalt der äusseren
Uringefäss für männliche Schwer-kranke aus Glas (Urinente).