Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
117
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Fürsorge auf dem Gebiete des Kranltencomforts. 117

durch seitliche Oompression wirkenden Verschlüsse in kurzer Zeit denSchlauch beschädigen, sondern ein Drehhahn aus- Hartgummi, bessernoch aus Glas. Besonders practisch sind die von der Firma v. Poncethergestellten „aseptischen" Hähne, welche leicht auseinandergenommenund gut gereinigt werden können (vgl. Deutsche Krankenpfl.-Zeitung.1898. pag. 53). Das untere Ansatzstück des Irrigators hat eine ver-schiedene Form, welche sich nach der anatomischen Lage und Configu-ration derjenigen Körperhöhle richtet, in die es eingeführt werden soll.Gewöhnlich wird man sich weicher Ansatzstücke bedienen, aus rothemoder grauem Weichgummi, mit denen nicht leicht Verletzungen derSchleimhaut hervorgerufen werden können (weiche Magensonde, Nelaton-Katheter, weiches Darmrohr etc.), und die überdies vor der Einführungin den Magen, die Blase, den Darm mit schlüpfrig machenden Medienbenetzt werden, um die Procedur für den Kranken schonender zu ge-stalten. Dem gleichen Zwecke wie die Irrigatoren, nämlich Flüssigkeitenin das Körperinnere einzuführen, dienen die Spritzen. Während diese Ge-räthe früher aus Zinn hergestellt wurden, verwendet man jetzt ausschliess-lich Spritzen mit Glaseylinder und Hartgummidichtung, die gründlichdesinficirt werden können. Neuerdings sind die medicinischen Spritzenwesentlich vervollkommnet worden. Als besondere Fortschritte der Con-struction seien hier vermerkt Spritzen, ganz aus Glas hergestellt, welchesich in ihre verschiedenen Theile bequem zerlegen lassen, und vor einigenJahren zuerst in Amerika hergestellt wurden. Sodann sind sehr zuempfehlen die von G. Meyer angegebenen Spritzen mit verstellbaremAsbestkolben, bei denen ein Undichtwerden des Geräthes ausgeschlossenist (vgl. Therap. Monatsh. 1890. pag. 647). Der Spritzenstempel trägtmeist eine exact gearbeitete Graduirung, welche insbesondere bei denkleinen, nur 1 com fassenden Subcutanspritzen aufs sorgfältigste ein-getheilt sein muss, da diese Spritzen fast stets zur Aufnahme sehr starkwirkender und differenter Substanzen verwendet werden.

£) Entleerungen der Kranken.

Die mehr oder minder grosse Hilflosigkeit kranker Personen, welchedauernd das Bett zu hüten gezwungen sind, hat dazu geführt durch Oon-struction möglichst zweckmässiger und bequemer Hüfsapparate die Vor-nahme der Entleerung von Blase und Darm zu unterstützen und demKranken die Ausführung dieser immerhin mit einer gewissen Muskel-anstrengung verbundenen Functionen zu erleichtern. Da Schwerkrankegezwungen sind, die Entleerung von Stuhl und Urin im Bette liegendauszuführen, so müssen die hierzu bestimmten Geräthschaften sich inunmittelbarer Nähe der Kranken befinden, um jederzeit leicht erreichbarzu sein. Um dem Kranken den dauernden Anblick des gefüllten Urin-glases auf seinem Nachttischchen zu verbergen, thut man indessen gut,dasselbe nach Dieffenbach's Vorschlag mit einem Bogen Schreib-papier zu umgeben. Die gewöhnlich für Kranke in den Hospitälernverwendeten Uringefässe sind kreisrunde Gläser von etwa 2 Liter Inhalt,