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die Ernährung Kranker bestimmten Schnabellöffel, unterscheiden sichjedoch von diesen Geräthen dadurch, dass sie an ihrer Innenfläche mitMensurstrichen versehen sind, welche ein genaues Abmessen der Einzel-dosis beim Eingiessen der Arznei aus der Medicinflasche gestatten. DieMaassangabe ist gewöhnlich eine doppelte, gemäss den auf den Signa-turen üblichen Verordnungsweisen, nach Grammen oder nach „Löffeln",wobei man sich im Allgemeinen dahin geeinigt hat, den Inhalt einesEsslöffels = 15 g, den eines Kinderlöffels = 10 g und den eines Thee-löffels = 5 g anzunehmen. Die Einführung besonderer Arzneilöffel,welche ausschliesslich den Zwecken der Krankenpflege dienen, ist mitbesonderer Freude zu begrüssen, weil es mit ihrer Hilfe gelingt sowohlein einheitliches und genaues Abmessen der Arzneimengen durchzuführen,als auch Krankheitsübertragungen von Person zu Person, wie sie sichbeim Gebrauch der gewöhnlichen Tischlöffel nicht selten ereignen, aus-zuschliessen. Allerdings ist es wünschenswert!], dass die Skalen derArzneilöffel präcise gearbeitet werden, was häufig nicht der Fall ist.Die Arzneigläser sind kleine runde Gläschen mit und ohne Fuss, welcheaus durchsichtigem Glase hergestellt sind und gleichfalls eine doppelteSkala, nach Grammen und „Löffeln", tragen (Fig. 83, 84, 85). Ambesten wird die Skala auf der Innenfläche der Wandung angebracht, dasonst die oft sehr verschiedene Dicke der Glaswand einer einheitlichgenauen Abmessung der Dosen hinderlich ist. Der obere Rand derGläschen wird zweckmässigerweise schräg abgeschnitten, weil der Inhaltalsdann dem Kranken in seiner horizontalen Position leichter beigebrachtwerden kann, und es leichter möglich ist, bei abgeschrägtem Randeeine Benetzung der Zähne des Kranken durch sie angreifende Medica-mente (Eisen!) zu vermeiden, indem der Glasrand über die Zahnreihehinweg in den Mund eingeführt wird, ßeachtenswerth ist auch, dassder obere Rand der Arzneigiäschen stets glatt verschmolzen sei, umeiner Verletzung der Kranken, die bei scharfem Rande leicht möglich,vorzubeugen. Die Arzneigläschen werden in letzter Zeit in grossemMaassstabe fabrikmässig aus gepresstem Glase hergestellt, und ihr Preishat sich so ermässigt, dass einer jeden Medicinflasche ein Arzneigläschenvom Apotheker beigegeben werden kann, das nur wenige Pfennigekostet. Als besonders empfehlenswerth haben sich mir die von v. Poncethergestellten Gläschen bewährt, welche allen zu stellenden Anforderungenin vortrefflicher Weise entsprechen (vgl. Deutsche Krankenpfl.-Zeitung.1898. pag. 68). Auch die in letzter Zeit angegebenen Arzneigläser„mit hohlem Stiel", welche gleichzeitig zum Verabreichen von Wein,Cognac, Milch etc. dienen können, sind als recht brauchbar zu bezeichnen(vgl. Zeitschr. f. Krankenpfl. 1895. pag. 464).
In Erwägung der Thatsache, dass ein ahsolut pünktliches Eingebender Arzneien gemäss der auf der Signatur vermerkten Anordnung fürdas Zustandekommen der beabsichtigten Einwirkung auf den krankenOrganismus ein unbedingtes Erforderniss und vom Gesichtspunkte einergeordneten Krankenpflege unerlässlich ist, dürfte es zu empfehlen sein,