Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
113
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts. 1] 3

an den Arzneiflaschen einen Zettel zu befestigen, auf dem die 24 Tages-stunden verzeichnet sind und das erfolgte Eingeben der Arznei jedesmaldurch ein Zeichen vermerkt wird; dieser Zettel würde täglich zu er-neuern sein.

Um den Kranken das Einnehmen besonders schlecht schmeckenderArzneien zu erleichtern, hat man mehrfach Hilfsmittel zu ersinnen sichbemüht. Man ist sogar soweit gegangen, besondere Arzneiflaschen fürschlecht schmeckende Arzneien zu construiren. Dieselben bestehen auszwei Abtheilungen, welche durch eine Glaswand von einander getrenntsind; in der einen Abtheilung der Flasche befindet sich die Arznei, inder andern eine angenehm schmeckende Flüssigkeit (Syrup). Die Con-struction ist eine derartige, dass, wenn die Flasche dem Kranken, derdirect aus ihr trinkt, zugeneigt wird, die wohlschmeckende Flüssigkeitvor der Medicin den Gaumen des Kranken erreicht und deren üblenGeschmack nicht bemerken lässt (vgl. Zeitschr. f. Krankenpfl. 1897.pag. 197). In den meisten Fällen ist wohl die Verwendung derartigerFlaschen entbehrlich, und man kommt über den schlechten Geschmackder Arznei ausreichend hinweg, indem man vom Apotheker eines derüblichen Corrigentien der Arznei selbst hinzufügen lässt, bezw. das wirk-same Medicament, wenn angängig, lieber in Pillen form als in Gestalteiner flüssigen Arznei verordnet. Um den schlechten Nachgeschmacknach der Arzneidarreichung zu beseitigen, dient ein kleiner SchluckAVasser oder, wenn man eine Verdünnung des Medicamentes durchausvermeiden will, so genügt ein dem Einnehmen folgendes Ausspülen desMundes mit Zucker- oder Himbeerwasser. Da der schlechte Geschmackgewisser Medicamente nur dann bei der Arzneidarreichung störend wirkt,wenn sie in einer Form verabreicht werden, die eine ausgiebige Ver-keilung der Substanz auf der Schleimhaut der Mundhöhle gestattet(flüssige Arzneien, Pulver), so hat man sich bestrebt, in denjenigenFällen, wo eine Verordnung in Pillenform nicht vorzuziehen ist, dieFlüssigkeit oder das Pulver in eine Schutzhülle einzubringen, welche einedirecte Benetzung oder Berührung der Mundschleimhaut verhindert. Fürflüssige Arzneien (Tropfen!) bedient man sich für diesen Zweck mitVortheil der eiförmigen Gelatinekapseln, die sich im Magen auflösen,für Pulver der angefeuchteten und zusammengerollten Oblate, der teller-förmigen Oapsulae amylaeeae (Capsules Limousin) oder des japanischenEcispapiers, das ähnlich wie die Oblate nach dem von A. Hoff mannangegebenen Verfahren über dem Pulver zusammengefaltet, bezw. zu-sammengedreht wird (vgl. Therapeut. Monatsh. 1890. pag. 235). DasEinnehmen von Pillen, das bei einer Reihe von Kranken, obgleichliier der schlechte Geschmack vermieden wird, auf Schwierigkeitenstösst, weil sie nicht im Stande sind einen selbst kleinen Bissen unzer-kaut zu schlucken, kann man dadurch erleichtern, dass man die Pillein einer Backpflaume verbirgt.

Aber nicht nur für die Arzneien, welche innerlich von den Krankeneingenommen werden, sind Art der Darreichung und Darreichungsgeräthe

Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. ■ g