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sauber sein und stets wohlverschlossen gehalten werden, um das Hin-einfallen von Staub zu verhüten, sondern sie müssen auch eine zweck-mässige Form haben, welche sich nach den Besonderheiten des Inhaltsrichtet. Für flüssige Arzneien verwendet man ausschliesslich farblos-durchsichtige Glasflasehen in verschiedener Grösse, welche ihrerseitsdavon abhängt, ob das betreffende Medicament längere oder kürzere Zeithaltbar ist, ferner davon, ob es tropfenweise, theelöffel-, kinderlöffel-,esslöffelweise genommen werden soll. Leicht verderbende Arzneien pflegtman in geringeren Mengen zu verordnen, desgleichen stark wirkende,giftige Stoffe; hier kommen also auch nur kleinere Glasgefässe in An-wendung, zu 5, 10, 20, 25, 30, 50 g Inhalt. Für die haltbareren undselbst in grösserer Menge gefahrlosen Arzneien benutzt man grössereFlaschen von 75, 100, 150, 200 g Inhalt. Eine Reihe chemischerKörper zersetzen sich bekanntlich leicht unter dem Einfluss des diffusenTageslichtes und machen die Verwendung dunkelblauer oder dunkel-brauner Glasflaschen nöthig. Um Verwechselungen und möglicherweisehieraus resultirende Unglücksfälle zu vermeiden, ist die gesetzliche Be-stimmung getroffen worden, für die äusserlich, zu Umschlägen, Einrei-bungen, Einpinselungen etc., in Anwendung kommenden Arzneien aus-schliesslich sechseckige, mit paralleler Längsriefung versehene Gefässezu benutzen, für innerlich anzuwendende Arzneien aber runde, glatteGlasgefässe. Aehnliche Einrichtungen sind, auch in England getroffenworden. Gleichfalls zur Verhütung von Verwechslungen tragen alleArzneiflaschen eine sog. „Signatur", ein an den Flaschenhals gebundenesPapierstreifchen, auf welchem der Name der Arznei, der Name desKranken, die im Einzelfalle vorgeschriebenen Zeiten für die Darreichung,sowie die Einzelgabe vermerkt werden; bei den äusserlichen Arzneienwerden die Signaturen aus rothem Papier, bei den innerlichen Arzneienaus weissem Papier gewählt. Ganz praktisch erscheint der Vorschlag,den üblen Oonsequenzen einer Arzneiverwecbslung durch das Pflege-personal oder den Kranken selbst dadurch vorzubeugen, dass man fürdie stark giftigen Arzneien eine besondere Art von Korken verwendet,welche so eingerichtet sind, dass der gewöhnliche Korkstopfen horizontalin zwei Theile zerschnitten ist, die auf eine mit einem Knoten verseheneSchnur aufgezogen sind. Bei beabsichtigtem Entkorken der betreffendenFlaschen wird zunächst nur der obere Theil des Korkes abgehoben,während der untere Theil im Flaschenhalse stecken bleibt und den Irr-thum sogleich bemerken lässt (Zeitschr. f. Krankenpfl. 1894. pag. 424),Starke Gifte macht man überdies durch Anbringung eines Giftzeichenskenntlich, das am besten in die Flaschen eingebrannt, nicht nur aufeinem Papierstreifchen vermerkt und aufgeklebt wird (Ibidem. 1896.pag. 71). Sehr stark wirkende Arzneien werden gewöhnlich als „Tropfen"verordnet und in besonderen sog. Tropfflaschen aufbewahrt. In neuererZeit haben diese Tropfflaschen wesentliche Vervollkommnungen erfahren,wodurch ermöglicht wird, dass die betreffenden Flaschen zwar beimNichtgebrauch luftdicht verschlossen sind, bei der xlnwendung aber durch