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Zahnbürsten für die Krankenpflege eingeführt, welche gar keine Haar-borsten besitzen, sondern statt derselben eine Anzahl kegelförmigerHervorragungen aus rothem Weichgummi aufweisen; bei diesen Bürstenwird auch die leichtere und gründlichere Desinficirbarkeit als bemerkens-werther Vorzug hervorgehoben. Zur Erzielung einer ausreichenden Rei-nigung der Zahnzwischenräume sind mehrfach besondere kleine Apparateconstruirt worden, die sog. „Zahnfugenreiniger" (Fig. 58), deren Prinzipdarauf beruht, dass ein jederzeit verstellbarer und ersetzbarer sterili-sirter Seidenfaden, der über einem mit Handgriff versehenen Metalibogenausgespannt wird, zwischen die Zähne eingeführt und hin- und herbewegtwird (Zeitschr. f. Krankenpfl. 1895. pag. 269).
Schliesslich wäre hier noch eines kleinen, sehr praktischen In-strumentes für die Mundpflege bei Schwerkranken zu gedenken, dessenAnwendung wohlgeeignet ist, die Bildung von Pilzbelägen auf derZunge der Kranken zu verhindern, der sog. Zungenschabe (Fig. 59),welche aus einem leicht biegsamen, ca. 1—1,5 cm breiten Fisch-bein- oder Celluloidstäbchen besteht, dessen beide Enden mit kleinenElfenbeinhandgriffen versehen sind, und das, halbkreisförmig zusammen-gebogen und so in den Mund des Kranken eingeführt, dem Pflegepersonal
leicht gestattet, auchFig. 59. die hinteren Partien der
Zunge dauernd reinzu-
halten. Somit kannVorrichtung zum Abschaben der Zunge bei dieser kleine, noch nicht
Schwerkranken. genügend verbreitete Ap-
parat die Wirkung vonZahnbürste, Zahnpulver, Auswaschungen, Ausspülungen etc. auf dasBeste unterstützen.
6) Nahrungsdarreichung.Neben der richtigen Auswahl der für kranke- Personen zuträglichenSpeisen und Getränke, welche die in neuerer Zeit durch E. v. Leydeninaugurirte und erfolgreich ausgebaute, wissenschaftlich begründete Er-nährungstherapie regelt, ist unzweifelhaft auch die Technik der Nahrungs-darreichung am Krankenbette hinsichtlich der Erreichung des durch diedargebotene Nahrung beabsichtigten Zweckes von grosser Bedeutung,und zwar hauptsächlich deshalb, weil es durch die Verwendung geeigne-ter technischer Hilfsmittel bei der Krankenernährung gelingt, sowohldie Esslust der Kranken, den Appetit, dieses für die Ernährung soausserordentlich wichtige Moment, erheblich zu verstärken als auch denzugeführten Speisen die dem Kranken zuträglichste Form und physika-lische Beschaffenheit zu verleihen als auch schliesslich die Nahrungs-aufnahme für den Kranken selbst möglichst bequem und schonend zugestalten. Da die „Technik und der Comfort der Ernährung" erst inallerjüngster Zeit durch M. Mendelsohn in v. Leyden's Handbuchder Ernährungstherapie und Diätetik. Bd. I. pag. 423—489, eine sehr