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pag. 64). Erhebliche Schwierigkeiten kann die ausreichende Reinigungder Hände von kranken Arbeitern bereiten, welche häufig eine starkschwielige, rissige und zerklüftete Epidermis zeigen. Hier muss derSeifenwaschung stets eine Behandlung mit Oleum Therebinthinac voran-gehen.
Auch die Hautpflege bei Schwerkranken erfordert besondere Beach-tung. Die Waschungen müssen in schonendster Weise ausgeführt werden;dem Kranken dürfen keine Schmerzen verursacht werden, auch ist zubeachten, dass niemals der ganze Körper auf einmal cntblösst werdendarf; vielmehr müssen die Glieder nach und nach in bestimmter Reihen-folge der Reinigung unterzogen werden. Die grösste Aufmerksamkeiterfordern bei Schwerkranken die schon mehrfach erwähnten Hautstellen,an welchen sich erfahrungsgemäss leicht Decubitus einstellt. Hier sindprophylactische Waschungen mit verdünntem Essig oder Citronensaftam Platze. Ferner verlangt bei Schwerkranken die Schleimhaut derMundhöhle und des Rachens besondere Aufmerksamkeit. Da vieleSchwerkranke den Mund dauernd geöffnet halten und die Mundathmungbei ihnen vorherrschend ist, kommt es leicht zu einer Austrocknung derMundschleimhaut, welche sich weiterhin in einem Rissigwerden derSchleimhaut und consecutiver Geschwürsbildung an Lippen, Zahnfleisch,Zunge, Gaumen und Rachenwand äussert, sodass der Ansiedlung patho-gener Bakterien an diesen Stellen Thür und Thor geöffnet ist. DerKrankenpflege erwächst hier also eine zweifache Aufgabe: erstens musssie dem Austrocknen der Schleimhaut entgegenwirken und zweitensmuss sie eine ausreichende Desinfection der Mundhöhle erstreben. Dererste Zweck wird erreicht durch häufige Anfeuchtungen der Lippcn-schleimhaut und fleissig vorgenommene Auswaschungen des Mundes,der zweite durch Ausspülungen des Mundes und Gurgelungen mit ad-stringirenden und antiseptischen Flüssigkeiten. 0. Rosenbach (vgl.Zeitschr. f. Krankenpfl. 1894. pag. 133) hat für die Mundpflege beiKranken die folgenden trefflichen Rathschläge zusammengestellt: Krankemit normaler Verdauungsthätigkeit, ohne Fieber und mit freiem Bewusst-sein, bedürfen keiner anderen Mundpflege als in gesunden Tagen. Kranke,deren Appetit wesentlich verringert ist oder die meist nur flüssige Nah-rung geniessen, müssen ihren Mund um so sorgfältiger reinigen, je wenigerfeste, die Kaubewegungen beanspruchende, Nahrung aufgenommen wird;sie müssen mehrfach am Tage mit lauwarmem Wasser gurgeln, dem zurAnregung der Schleimsecretion etwas Kochsalz (oder einige TropfenTinct. Myrrh., Eau de Oologne, Quassia, Calmus, Anis, Pfeffermünz) zu-gesetzt ist. Bei schadhaften Zähnen und Neigung zu Zahnfleischblu-tungeh räth Rosenbach etwas gepulverte Borsäure zweimal täglichzwischen Lippen und Zahnfleischrand einzureiben. Künstliche Gebissesollen nur während der Mahlzeit getragen werden. Bei Kranken, derenSensorium nicht ganz frei ist, muss die Mundhöhle mehrfach am Tagegenau untersucht werden, da kleine Verletzungen durch Biss oder denDruck der Zähne häufig sind; die betreffenden Stellen sind mit Acicl.