Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencömforts. 89
der Verwendung von Unterröcken empfiehlt es sich jedenfalls, dieselbennicht in der Taille mit,Bändern festzuschnüren, sondern sie gleichfallsan die Untertaille anzuknöpfen, damit ihr Gewicht nicht sowohl auf derTaille, als vielmehr durch Vermittlung der genau nach dem Körper ge-schnittenen Acbselbänder auf den Schultern lastet. Auch für die Ober-kleidung kranker Frauen wird neuerdings vorgeschlagen, ausschliesslichsolche Kleider zu wählen, bei welchen Rock und Taille aus einem Stückgeschnitten sind. In Bezug auf die männliche Krankenkleidung wirdman wohl jedenfalls der Verwendung der Hosenträger zum Zwecke derBefestigung der Beinkleider vor dem Leibriemen, gleichviel, ob er ausLeder oder elastischem Material hergestellt ist, den Vorzug geben, dabei der Verwendung des Leibgurtes eine ähnliche, unwillkommene Ein-schnürung des Körpers erzielt wird, wie bei der Frau durch das Bindender Röcke oder das Corset. Doch ist darauf zu achten, dass die denSchultern aufliegenden Tragbänder stets aus nachgiebigem, eventuell mitGummieinlage versehenem Stoff bestehen und nicht zu fest angezogenwerden, damit sie gleichfalls weder Athmung noch Blutcirculation nach-theilig beeinflussen. . Statt des gestärkten Kragens tragen die Krankenein baumwollenes, beziehungsweise wollenes Halstuch, je nach dem Er-messen des Arztes und individueller Gewohnheit. Ebenso, wie dasHemde, muss auch die Oberjacke für die Kranken so eingerichtet wer-den, dass sie am Halse gut gegen die Luft abschliesst, ohne jedochden Hals irgendwie einzuschnüren. Anstatt der vielfach noch verwen-deten, elastischen Strumpfbänder, welche, gleichviel, ob sie oberhalboder unterhalb des Knies getragen werden, die Blutcirculation erheblichbehindern, empfiehlt Goldschmidt in Uebereinstimmung mit den Ver-suchen Rubner's, nach welchen das Flanellgewebe am meisten geeigneterscheint, den die Körperoberfläche belastenden Druck herabzusetzen, fürKranke Strumpfbänder aus doppeltem Wollflanell, welche 2—3 Querfingerbreit sind und unterhalb des Knies angelegt werden sollen.
Was die Strümpfe der Kranken anlangt, so ist zunächst durchausbeachtenswert!), dass kein Kranker mit blossen Füssen das Bett ver-lassen darf, sondern sich zuvor stets seine vorher angewärmten Strümpfeanzieht, bezw. anziehen lässt. Die Krankenstrümpfe werden gewöhnlich
I aus Wollengewebe gewählt und müssen genügend lang sein, d. h. biszum Knie reichend; kurze Socken sind für Kranke nicht zu gebrauchen.Natürlich ist es nothwendig, dass die Strümpfe absolut trocken gehaltenwerden. Für stark schwitzende Kranke dürften sich Strümpfe aus demvon Thomalla angegebenen zweischichtigen Gewebe, von dem schondie Rede war, empfehlen. Als äussere Fussbekleidung sind für Kranke
\ beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen leichte Lederschuhe mit her-ausnehmbarer Filzeinlage oder auch mit ebensolcher Sohleneinlage ver-sehene durchlochte Segeltuchschuhe angenehm und zweckmässig. BeimAufenthalt im Freien sind Lcder- und Filzstiefel nicht zu ent-behren, von denen die ersteren event. zweckmässig mit einer Filz- oderStroheinlage versehen werden. Erwähnt sei hier das für die Fussbeklei-