Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts. 69
kencomforts auf einem so hohen Niveau, dass eine Schilderung dertechnischen Hilfsmittel für die verschiedenen, besonderen Maassnahmender Krankenpflege, wie sie in den Krankenhäusern zur Verwendung ge-langen, gleichzeitig den erreichten Höhepunkt in der Entwickelung desKrankencomforts überhaupt in charakteristischer Weise wiederspiegelt.Eine solche Schilderung zu versuchen, soll der Zweck der folgendenZeilen sein.
«) Lagerung der Kranken.
Schon bei der Besprechung der für Hospitäler geeigneten Kranken-bettstellen haben wir darauf hingewiesen, dass selbst die zweckmässigsteinnere Ausstattung der Krankenbetten dem Kranken keine gute Ruhe-statt, zu verschaffen vermag, wenn der metallene Bettboden nicht in ge-eigneter Weise construirt ist. Andererseits ist aber natürlich auch dieQualität der inneren Betteinrichtung für das Wohlbefinden des Krankenvon höchster Bedeutung, da er mit den inneren Bestandtheilen desKrankenbettes in eine viel innigere Berührung kommt. Nach den An-schauungen der heutigen Krankenpflege gehört zu einem jeden Kranken-bette vor Allem eine gute Lagerungs-Matratze, welche dem metallenenBettboden unmittelbar aufliegt. Eine solche Matratze, deren Grössederjenigen des Bettbodens entspricht, bildet die eigentliche Polsterungfür das Krankenbett. Das wichtigste an diesen Matratzen ist das inihnen enthaltene Füllmaterial, von dessen Beschaffenheit und zweck-mässiger Auswald die Elasticität der Matratze, ihre notwendigsteEigenschaft, abhängt.
In den neueren, reicher ausgestatteten Krankenhäusern kommenvorwiegend mit Rosshaar gefüllte Polster-Matratzen zur Verwendung,welche ihren Zweck in besonders vorzüglicher Weise erfüllen. DieRosshaarmatratzen besitzen einen sehr hohen Grad von Elasticität, sindaber ziemlich theuer, so dass ihrer Beschaffung in weniger gut dotirtenKrankenanstalten erhebliche Schwierigkeiten entgegenstehen. Immerhinist ihre Verwendung in den Krankenhäusern als ein grosser Fortschrittgegenüber früheren Zeiten zu verzeichnen, in denen man sieb überall inden öffentlichen Krankenanstalten mit Strohsäcken begnügte. Es solldurchaus nicht geleugnet werden, dass ein Kranker nicht auch auf einemStrohsacke genesen könne, wenn seine Herrichtung und Instandhaltungin zweckmässiger Weise ausgeführt wird; angesichts der nicht unerheb-lichen Nachtheile hingegen, welche die Strohsäcke gegenüber den Ross-haarmatratzen aufweisen, ist es wünschenswerte dass die Letzteren inden Hospitälern zu immer weiterer Verbreitung gelangen. Abgesehenvon der nur sehr geringen Elasticität, welche die Strohsäcke besitzen,und infolge deren sie sich leicht an bestimmten Stellen, welche dauerndeinem grösseren Drucke ausgesetzt sind, einliegen, kommt es häufig beiDurchnässung der Strohmatratzen zu einem Fauligwerden des Strohes,welches alsdann einen modrigen Geruch annimmt. Hierdurch wirdwiederum ein oftmaliges Erneuern des Füllmaterials nothwendig,