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■welches zwar keine grossen Kosten, wohl aber viele Mühe und Zeit-versäumniss für die Krankenwartung im Gefolge hat. Zur Füllungder Strohsäcke dient parallel liegendes Richtstroh, das natürlich ab-solut trocken sein muss und in dem Leinensack,- der es umhüllt, mög-lichst gleiehmässig vertheilt wird. Die Rosshaarmatratzen müssen gleich-falls gut gestopft und bombirt d. h. so abgesteppt sein, dass die ein-zelnen Rosshaarballen nicht ihre Lage zu einander wesentlich verändernkönnen. Durch dieses Verfahren wird erreicht, dass die Oberfläche derMatratze glatt und schmiegsam bleibt und doch einen hinreichendenGrad von Elasticität bewahrt. In ähnlicher Weise wird das zugehörigeRosshaarkeilkissen hergerichtet. Da die Rosshaarmatratzen so theuersind, hat man verschiedentlich den Versuch gemacht, das Rosshaar durchein wohlfeileres Füllmaterial zu ersetzen. Bei der Auswahl eines geeig-neten Rohstoffes für diesen Zweck kommt es jedoch nicht nur darauf.an, dass derselbe eine genügende Elasticität besitzt, sondern er mussauch möglichst haltbar und widerstandsfähig gegen äussere Einflüsseund leicht desinficirbar sein. Die wichtigsten Füllmaterialien, welchehier als Surrogate in Betracht kommen, sind Seegras, Indiafaser, Kapokund Crin d'Afiique. Von diesen Materialien sind Seegras und India-faser die billigeren und stehen dem Stroh näher, Kapok und Crind'Afrique sind theurcr. aber auch haltbarer. Eine ausreichende Desin-fection lässt sich in allen Fällen erzielen. In neuester Zeit ist auchder geschrotene Kork als Matratzenfüllung für Krankenhausbetten em-pfohlen worden (vgl. Deutsche Krankenpfl.-Zeitung 1898. No. 15), und diebisher damit gemachten Erfahrungen scheinen günstige zu sein. Immer-hin dürften die Rosshaarmatratzen als die vorzüglichsten ihren Platz be-haupten. Die an und für sich sehr empfchlcnswerthen dreitheiligenRosshaarmatratzen, welche ein zeitweises Auswechseln der einzelnenTheile gestatten, sind für Krankenhäuser ihres hohen Preises halber un-geeignet.
Auf die Polstermatratze kommt in allen Krankenbetten eine wasser-undurchlässige Decke von gnmmirtem Stoff, aus Vorsicht, um eine Be-netzung der Matratze, die bei jedem bettlägerigen Kranken leicht ein-treten kann (Urin, Schweiss; Ausspülungen etc.), zu vermeiden. Esempfiehlt sich zur Bedeckung der Matratze ausschliesslich Gummituchzu verwenden, welches auf beiden Seiten mit Gummi imprägnirt ist, dadie einseitige Gummirung leicht undicht wird. Man benutzt zweck-mässig ein rechteckiges Stück von 1,5 m Länge und 1 m Breite, welchesso auf der Matratze angeordnet wird, dass seine Mitte etwas oberhalbdes Gentrums der Matratze zu liegen kommt. Die Gummirung desStoffes darf auch nicht zu dünn sein, wenn der Zweck dauernd erreichtwerden soll. Ob rother, grauer oder schwarzer sog. Patentgummi zurImprägnation verwendet wurde, ist irrelevant. Am meisten Verwendungfinden in Deutschland die grauen Unterlagen.
Die Gummiunterlage wird mit einem leinenen Bettlaken bedeckt,das möglichst oft erneuert werden muss. Jedenfalls ist stets ein