Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
66
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66 P. Jacobsohn,

räume, welche innerhalb des Hospitals selbst gelegen sind, möglichstzweckentsprechend und dabei doch möglichst bequem und behaglich zugestalten, sondern es wird neuerdings auch mehr und mehr Werthdarauf gelegt, die Umgebung der Krankenanstalten mit Allem zu ver-sehen, was erfreuend und erquickend auf das Gemüth der Kranken ein-zuwirken vermag. Nachdem man erkannt hatte, dass es zweckmässigsei, die Leichtkranken und Reconvalescenten, also denjenigen Theil derKrankenhausinsassen, welcher den ganzen Tag über ausser Bett seindarf, möglichst viel und möglichst oft, natürlich, so weit die Witterungs-verhältnisse und die besondere Art der Erkrankung es gestatten, insFreie zu schicken, damit frische Luft und Sonnenlicht ihre wohlthätigeWirkung auf den erschöpften oder in der Genesung begriffenen Orga-nismus in ausgiebigem Maasse entfalten können, ist das Bestreben her-vorgetreten, den sich ergehenden und erholenden Kranken auch denAufenthalt im Freien möglichst angenehm zu machen".

Man betrachtet es heutzutage als unerlässlich, dass ein jedes Kran-kenhaus von grösseren Gartenanlagen umgeben ist, in welchen die Kran-ken lustwandeln können. Bei denjenigen Krankenhäusern, welche aufdem Lande gelegen sind, lässt sich diese Forderung viel leichter er-füllen, als in grösseren Städten, wo Grund und Boden knapp und theuersind, und die speciellen örtlichen Verhältnisse oft einer wünschenswertheilGestaltung der Hospital-Umgebung hindernd in den Weg treten. Dieälteren Hospitäler in den grossen Städten haben vielfach nach dieserRichtung hin mit Schwierigkeiten zu kämpfen. In der besten Lage be-finden sich die in landschaftlich schöner und reizvoller Gegend erbautenKrankenanstalten in den Cur- und Badeorten. Hier bietet die Naturselbst durch unmittelbar an die Anstalt angrenzende, von Quellendurchrieselte und von' schattenreichen Pfaden durchzogene Waldungenoft eine geeignete Umgebung dar.

In den grösseren Städten stehen derartige Vortheile hingegen nichtzu Gebote, und es ist daher auch vom Gesichtspunkte des Krankencom-forts, nicht nur aus rein hygienischen Erwägungen, ausserordentlichwünschenswerth, dass durch die nach und nach sich vollziehende Verlegungder grösseren städtischen Krankenhäuser an die Peripherie der betreffen-den Städte, für die Schaffung einer zweckmässigeren und comfortablerenUmgebung der Anstalten Spielraum geschaffen wird. Am geeignetstenist es, gleich bei der Erbauung neuer Krankenanstalten solche Terrainszu bevorzugen, welche einen grösseren Parkbestand mit alten, schattigenBäumen aufweisen, aus welchem sich ein entsprechender Hospital-Gartengewinnen lässt. Natürlich muss ein solcher Garten auch freie Plätzeenthalten, zu welchen die Sonnenstrahlen ungehindert Zugang finden,da für viele Kranke gerade ein länger dauernder Aufenthalt im wärmen-den und belebenden Sonnenschein besonders wünschenswerth ist. Wennauch hier keineswegs die über das Ziel hinausschiessende Forderung er-hoben werden soll, dass die Hospitalgärten unbedingt mit grossem ma-teriellem Aufwände ausgestattet werden sollen, so erscheint es doch