Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

56

P. Jacobsohn,

Fig. 24.

und es schliesslich dahin bringen, dass der betreffende Raum einer Ge-i'angenenzelle ähnlicher sieht, als einem dauernden Aufenthaltsort fürtrost- und hilfsbedürftige Kranke. Es erscheint durchaus nothwendig,dass den Krankenräumen der Hospitäler ein gewisser freundlicher, behag-licher, von liebevoller Fürsorge für dieKranken zeugender Charakter gewahrtbleibe. Jeder Kranke, der längere Zeithindurch dauernd ans Bett gefesselt ist,fühlt ein starkes und berechtigtes Ver-

Qpjpjlljlll 11 ' i"" 1 langen in seiner nächsten UmgebungW Objecte zu finden, welche einen erfreu-

~~^~ liehen, angenehmen und wohlthuenden

Anblick darbieten, seine Gedanken vonder Krankheit selbst ablenken, ihn zer-EinfacherLuftanfeuchtungsapparat stre uen, seine Geduld und Hoffnungs-für Krankensäle. freudigkeit beleben. So wie es un-

barmherzig und grausam wäre, denKranken in den Hospitälern jedweden Besuch seitens der Angehörigenund Freunde vorzuenthalten und sie auf diese Weise gänzlich von derMitwelt abzuschneiden, so müssten wir es auch als unrichtig bezeichnen,wenn man diejenigen Objecte, welche ihm die Zeit kürzen und seinenTrübsinn vermindern können, aus seiner Umgebung verbannen wollte.

Es ist vielmehr mit Freuden zu begrüssen,dass in letzter Zeit von wissenschaftlicherSeite wiederholt nachdrücklich darauf hin-gewiesen ist, dass derartige Objecte einenBestandtheil des Krankencomforts bilden,dessen Wichtigkeit man nicht unterschätzensollte.

Unter den Objecten, welche hier inFrage kommen, sind in erster Linie dieBlumen und Pflanzen zu nennen, durchderen Aufstellung in den Krankenräumenman den Kranken grosse Freude bereitenkann. In England giebt es besondere Ver-eine, eigens zu dem Zweck, die Kranken-häuser mit geeigneten Blumen und Blatt-pflanzen zu versorgen (v. Leyden,UeberSpecialkrankenhäuser", 1890. pag. 18). Diewohlthätigen Stiftungen, welche in England,wie auch in Amerika zu den grösseren Hospitälern in enger Beziehungstehen und vielfach deren Gründung veranlasst haben, pflegen an be-stimmten Tagen in die betreffenden Krankenhäuser grössere Sendungenderartiger, die Kranken erquickender Objecte abzuordnen. Auch ausden königlichen und den anderen grossen öffentlichen Gärten werdenvon Zeit zu Zeit Bluraensendungen in die Krankenhäuser veranlasst.

Fig. 25.

Wasserverdunstungsapparatfür Kranlcensäle.