Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
54
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54 P. Jacobsohn,

rausch, Staub und Rauch verursacht wird. Um diese Uebelstände gänz-lich zu beseitigen, hat man schon vor längerer Zeit vorgeschlagen, dieKachelöfen so einzurichten und zu placiren, dass ihre Beschickung mitBrennmaterialien nicht innerhalb des Krankenraumes selbst, sondern voneinem Vorraum oder dem Flur aus erfolgt; zu bedenken wäre hierbeinur, dass bei der Ausführung dieses Vorschlages man sich der Möglich-keit beraubt, den Ofen gleichzeitig als Lüftungsvorrichtung für denKrankenraum zu verwerthen. Im Uebrigen kann die Sorgfalt des Pflege-personals viel dazu beitragen, die Missstände, welche mit der Ofen-heizung verbunden sind, zu verringern. Durch behutsame und vor-sichtige Bedienung der Oefen kann viel Staub, Rauch und Geräuschvermieden werden. Ebenso ist die Wahl eines geeigneten Brennmaterialsin dieser Hinsicht beachtenswerth; am besten eignet sich zur Feuerungtrockenes Buchenholz. Zur Entzündung des Feuers dürfen nur Zündhölzerverwendet werden, welche keine Phosphor- und Schwefeldämpfe ent-wickeln. Eine mehrmalige Beschickung der Oefen während eines Zeit-abschnittes von 24 Stunden ist nach Maassgabe der Thermometerablesungerforderlich.

Zu der Ausstattung der Krankensäle gehören auch die verschie-denen Lüftungsvorrichtungen, welche einen nothwendigen Bestandtheiides Inventars darstellen. Als die wichtigste LüftungsVorrichtung könnenwir die Fenster des Krankenraumes, von welchen schon oben die Redewar, bezeichnen. Durch ihr fleissiges Oeffnen kann die ausgiebigsteLufterneuerung in schneller Weise erreicht werden. Besonders empfehlens-werth ist es für die Zwecke der Lüftung vorwiegend die oberen Fenster-flügel (Kippfenster), welche vermittelst einer Metallführung von untenher dirigirt werden können, für diesen Zwek zu verwenden, da ein etwain Folge des Oeffnens entstehender Luftzug sich alsdann nicht in derHöhe der Krankenbetten, sonndern nur in den oberen Regionen desKrankensaales geltend machen würde. Der an den Fenstern anzubrin-genden Glasjalusien ist bereits gedacht worden. Es ist natürlich not-wendig, dass die Kranken selbst bei der Vornahme einer solchen grö-beren Luftventilation, wie sie durch das Oeffnen der Fensterflügelbewerkstelligt wird, gegen jeden directen Zug geschützt werden. Zunächsthat man ein gleichzeitiges Oeffnen der Fenster und Thüren, wodurchfast stets ein starker Luftzug erzeugt wird, in den Krankensälen zuvermeiden; diese stärkste Form der Lufterneuerung vermittelst Durch-zuges ist in den Krankenräumen nur anwendbar, wenn sie nicht odernur wenig belegt sind und im letzteren Falle die besetzten Kranken-betten besonders sorgfältig durch spanische Wände und Decken gegendie kalte Luftströmung abgeschlossen werden. Im Allgemeinen gilt aberfür die Krankensäle der Grundsatz:Die Fenster sind dazu da, damitsie aufgemacht werden, die Thüren sind dazu da, damit sie zugemachtwerden" (vergl. M. Mendelsohn, Comfort d. Kranken, pag. 24). Dadie natürliche Lüftung durch die Fenster hindurch in den Kranken-räumen nicht jederzeit stattfinden kann, so verwendet man zu ihrer