Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts. 53
heizung der Krankenräume bediente, hat man sich in den neuerenHospitälern mehr und mehr der Verwendung central gelegener Heiz-anlagen zum Zwecke einer geeigneten Warmhaltung der Krankenräumezugewendet. Nur in den Krankenhäusern kleinerer Städte und Gemein-den ist die Aufstellung von Oefen in den Krankensälen selbst beibe-halten worden. Bei beiden Arten der Beheizung kommt es vor allenDingen darauf an, eine möglichst gleichmässige Lufttemperatur in denKrankensälen zu erzeugen. Als die geeignetste Luftwärme für die Kranken-zimmer hat sich eine Temperatur von 14—15°E. erwiesen; es ist not-wendig, dass diese Temperatur sowohl bei Tage als zur Nachtzeit undunabhängig von der durch Witterungsverhältnisse und Jahreszeit beein-flussten Aussentemperatur innegehalten wird. Es erscheint daher unum-gänglich, sich fortdauernd über die Wärme der Innen- und der Aussen-luft zu orientiren; jeder Krankensaal muss demnach 2 Thermometerbesitzen, von welchen das eine an der Fensteraussenseite, gegen dasdirecte Auffallen der Sonnenstrahlen geschützt, angebracht wird, währenddas andere möglichst im Centrum des betreffenden Krankenraumes, ambesten am Stativ eines vom Plafond herabhängenden Beleuchtungsappa-rates, befestigt wird. Die aufmerksame Bedienung und sachgemässeRegulirung der Heizvorrichtung in den Krankensälen ist von ausser-ordentlicher Wichtigkeit für das Wohlbefinden der Kranken und somitvon therapeutischer Bedeutung. Im Allgemeinen gilt in der Kranken-pflege der Satz, dass fiebernde Kranke in einer etwas niedrigerenTemperatur, anämische Kranke und solche mit mangelhafter Blutcircula-tion dagegen in einer etwas höheren Umgebungstemperatur zu haltensind. Bedient man sich der Oentralheizung, bei welcher die Verwendungdes heissen Dampfes, des heissen Wassers und der heissen Luft inFrage kommt, so geniesst man den Vortheil, dass die mit der Ofen-heizung in höherem oder geringerem Grade stets verbundene Belästigungder Kranken durch Staub- und Rauchentwickelung und Geräusch aus-geschaltet, wird. Jedoch sind die centralen Heizeinrichtungen erheblichtheurer als die früher ausschliesslich angewendeten Ofenanlagen. Unterden verschiedenen Systemen der Oentralheizung haben die Warmwasser-und Niederdruck-Dampfheizungen den meisten Anklang gefunden, da sieam besten eine milde, gleichmässige und angenehme Erwärmung derKrankenräume ermöglichen. Beachtenswerth ist, dass die Vertheilungder Heizkörper in den Krankensälen so gewählt wird, dass der be-treffende Raum an allen Punkten möglichst gleichmässig erwärmt wird,und dass die zur Regulirung angebrachten Ventile und Klappen vomPflegepersonal leicht bedient werden können. Unter den verschiedenenOfensystemen, welche bei der Localheizung zur Verwendung gelangen,haben sich als für die Krankenräume am meisten geeignet die Kachel-öfen erwiesen, welche eine viel mildere, gleichmässigere und andauern-dere Wärme ausstrahlen als die eisernen Oefen. Von wesentlicher Be-deutung ist es, dass die Oefen in sachgemässer Weise durch dasPflegepersonal bedient werden, und dass hierbei möglichst wenig Ge-