Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts. 37
nothwendig ist, beeinträchtigen. Auf der andern Seite hinwiederum darfman nicht eine zu helle Farbe für die Wände des Krankeiisaales wählen,da die Kranken sonst durch den zu grellen Lichtreflex geblendet würden;am meisten rathsam ist die Verwendung zarter hellgrauer, hellblauer oderheilgrüner Farbentöne. Gelbe, röthliche und intensiver grüne Farben sindnicht empfehlenswerth, da sie auf die Krankenbetten einen farbigen Reflexwerfen, der das Urtheil des Arztes über die Hautfärbung des Krankenirrezuführen vermag. Auch der Plafond der Krankenräume muss mitüelfarbe gestrichen sein, und ist für diesen Zweck ein mattweisserFarbenton am geeignetsten. Stuckverzierungen müssen vermieden wer-den, da sich der Staub gern in ihnen festsetzt, und sie nur schlechtgereinigt werden können; das Gleiche gilt von vorspringenden Decken-balken. Jedoch lassen sich auch an den Decken der Krankenräumemit Vortheil einige einfach gehaltene gemalte Verzierungen (Felder,Sternmuster) anbringen, wodurch die grosse Fläche belebt und derfreundliche Eindruck des Baumes erhöht wird.
Der Fussboden der Krankenräume wird heutzutage immer selteneraus Holz hergestellt, da derselbe vielfachen Verunreinigungen ausgesetztist und oft mit Ansteckungsstoffen in Berührung kommt, welche das Holzleicht aufnimmt, aber schwer wieder abgiebt. Insbesondere können sichin den gröberen Bitzen gedielter Fussboden leicht Infectionskeime fest-setzen. Gelangt daher jetzt noch Holzboden zur Verwendung, so wähltman ausschliesslich Hartholz (Eichen- oder Kiefernholz), welches sichleichter reinigen lässt und widerstandsfähiger ist. Ungleich zweckmässigerjedoch sind für die Krankensäle in den Hospitälern, wie man jetzt all-gemein anerkannt hat, die Steinfussböden, welche entweder aus den so-genannten Mettlacher Platten oder aus Terrazzo oder aus Torgament (Guss-stein) hergestellt werdan. Am besten sind diejenigen Fussboden, welcheweder Bitzen noch Fugen haben wie die Letztgenannten. Jedoch habenalle Steinfussböden den einen Nachtheil, dass sie für die Kranken zu kaltsind, und man thut daher gut, ihre Kälte durch einen geeigneten Belag mitgewachstem Linoleum oder durch Anlage von Fussbodenheizung zu mildern.
Die Fenster der Krankensäle wählt man heutzutage möglichsthoch und möglichst breit, um den Krankenräumen recht viel belebendesSonnenlicht und frische Luft zuführen zu können. Die Zahl der Fenstereines Krankensaales hängt natürlich von seiner Grösse ab. Jedenfallsmüssen die Fenster so auf die Wände vertheilt sein, dass nicht die eineHälfte des Krankensaales sich allen Lichtes erfreut, während in derandereu Dunkelheit herrscht. Ueberhaupt zeigt sich neuerdings dasBestreben, die Krankenräume nicht nur von einer Seite her, sondern vonmehreren Seiten aus zu belichten. So wünschenswerth es nun auch ist,dass die Krankensäle möglichst hell und luftig sind, so ist doch bei derAnordnung der Fenster, bezw. bei der Aufstellung der Krankenbettendarauf Bedacht zu nehmen, dass die Sonne nicht den Kranken dauerndins Gesicht strahlt und sie blendet; man stellt daher die Krankenbetten■bei einseitiger Belichtung so, dass das Fensterlicht von der Seite her