Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
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36 1\ Jacobsohn,

fernt und erneuert werden kann. Am besten ist es, wenn der Stoff aneinigen Knöpfen der Eisenrahmen angeknöpft wird (Fig. 6). Ferner ist Sorgedafür zu tragen, dass die Bettschirme genügend fest auf dem Bodenstehen, um das sehr störende Umfallen zu vermeiden. Zweckmässigerjedoch als die transportablen Bettschirme dürfte eine Vorrichtung sein,welche M. Mendelsohn als Separationsmittel empfohlen hat (Oomfortd. Kranken pag. 56). Es sind dies die in den Krankenhäusern nochviel zu wenig angewendeten Krankenbett-Portieren (Porte-rideaux), wiesie in französischen Hospitälern oft zu finden sind. Sie bestehen auseiner zwischen je 2 Betten von der Wand aus in das Innere desKrankensaales verlaufenden Metallstange, an welcher eine in Ringenhängende Gardine angebracht ist, die durch Schnüre vor- und zurück-gezogen werden kann. Da die Gardine nur vorübergehend aus-gebreitet zu werden braucht, so fällt der der Luftventilation un-günstige Eiivfluss der dauernden Bettvorhänge bei ihrer Anwendungfort. Die Handhabung der Schnüre kann man den Kranken selbstüberlassen, jedoch natürlich auch, wo dies nothwendig wird, dasPflegepersonal damit betrauen. Ich halte es für zweckmässig, die hori-zontale Eisenstange in einer Höhe von ca. 2 m über dem Boden anzu-bringen, damit sie weder den Arzt bei der Untersuchung des Kran-ken noch das Pflegepersonal bei seinen Handreichungen am Krankenbettebehindert. Auch bei dieser Vorrichtung ist es nothwendig einen leichtdesinficirbaren Stoff zu wählen und ihn so zu befestigen, dass er mühe-los entfernt, bezw. erneuert werden kann.

Die Wände der Krankensäle werden jetzt in den Krankenhäusernnirgends mehr mit Tapeten bekleidet, da die Desinfcction derselbenumständlich und schwer zu erreichen ist. Vielmehr wird allgemeinder Anstrich mit Oel- oder Emailfarbe verwendet, welcher ein häufigesAbwaschen mit Seifen- oder Carbolwasser gut verträgt. An denjenigenStellen, an welchen die Wände den Plafond und den Fussboden be-rühren, ist man bemüht, alle winkligen Knickungen zu vermeiden, dasich dieselben als besondere Staubfänger und als sehr schwer des-inficirbar erwiesen haben; man wählt statt dessen an den Berührungs-stellen allgemein abgerundete Ecken. Die Verwendung von Holzleistenan der Grenze zwischen Plafond und Wand oder Fussboden undWand zur Dichtung oder Verzierung erscheint nach unseren heutigenBegriffen völlig ausgeschlossen. Hingegegen kann man, um die Wändeder Krankenräume nicht allzu kahl und monoton erscheinen zulassen, durch Verwendung zweier verschiedener Farbentöne beimAnstrich, auch durch Bemalung mit einer einfach gemusterten Bor-düre und Anbringung einiger einfacher Blatt- oder Blumenornamentefür einige Abwechslung Sorge tragen. Die Grundfarbe der Wände mussjedenfalls eine helle sein, da dunkele Farben auf das Gemüth des Kran-ken ungünstig einwirken und ihn traurig stimmen, überdies auch dieHelligkeit des Krankenzimmers, welche ja besonders im Hinblick auf dieBeobachtung des Kranken durch Arzt und Pflegepersonal unumgänglich