Fürsorge auf rlcm Gebiete des Kranlvencomibrts. 31
drücklicher Weise Rechnung getragen wird, auf der andern Seite aberauch die als ebenso notbwendig erkannte Rücksichtnahme auf das kör-perliche und seelische Wohlbefinden der Kranken durchaus zu ihremRechte gelangt. Zweitens bemüht sie sich für die Kranken in möglichstumfassendem Maasse diejenigen technischen Hilfsmittel der Krankenpflegezur Verfügung zu stellen, welche es ermöglichen, dass alle Maassnahmenan dem kranken Individuum, welche in den Bereich der Krankenpflegegehören, zwar in zweckmässiger, aber doch in einer möglichst schonen-den, bequemen und rücksichtsvollen Weise zur Ausführung kommen.Der Einwurf, dass es sich bei diesen Bestrebungen um eine unberech-tigte Verwöhnung oder Verweichlichung der Kranken handelt, kann nichtscharf genug zurückgewiesen werden; denn ein Kranker kann es eigent-lich gar nicht gut genug haben, und man sollte glauben, dass ein Jederohne Ausnahme, der selbst einmal in seinem Leben eine ernstere Er-krankung durchgemacht hat, sich von dem wohlthuenden Nutzen unddem therapeutischen Werth dieser Bestrebungen zu überzeugen hin-länglich Gelegenheit hatte. Ungleich berechtigter erscheint ein andererEinwand, welcher gegen die weitere Ausbreitung dieser Bestrebungen insFeld geführt werden könnte; es ist dies der Hinweis auf die mit derDurchführung derselben untrennbar verbundenen grösseren materiellenAufwendungen für die Zwecke der Krankenfürsorge und Krankenbehand-lung. Jedoch auch dieser Einwand ist in der letzten Zeit angesichtsder grossen Vortheilc, welche eine reichere und comfortablcrcAusstattung der Kranken-Unterkünfte für die Erfolge der Kranken-behandlung gewährt, mehr und mehr verstummt, und es ist mit Genug-tuung zu constatiren, dass insbesondere die Krankenhaus - Verwal-tungen in den grösseren Städten sich gegenwärtig darin zu übertreffensuchen, dass sie für die Zwecke der öffentlichen Krankenpflege wahrePaläste erbauen, in welchen auch auf die Schaffung und Bereitstellungeines den modernen Anforderungen entsprechenden Krankencomforts inausgedehntem Maasse Rücksicht genommen wird. Ja, diese Rücksicht-nahme ist heute an manchen Orten eine so weit gehende, dass das tiefim Volke eingewurzelte, noch aus alten Zeiten stammende Vorurtheilgegen die öffentlichen Krankenanstalten sich in den letzten Jahren mehrund mehr verloren hat und der richtigen Erkenntniss gewichen ist, dassein Kranker, der nicht dem Kreise der Wohlhabenden angehört und überreichliche materielle Mittel verfügt, an keinem Orte während der Dauerseiner Erkrankung eine so gute und zweckentsprechende Unterkunftfindet als in einem unserer grossen öffentlichen Hospitäler. Es giebtkein zwingenderes Document für den hohen Werth der weiter oben er-wähnten von wissenschaftlicher Seite ausgegangenen Anregungen alsdie Wahrnehmung, dass sich in einem Zeiträume von nur wenigenJahren ein so erheblicher Umschwung und Aufschwung auf demGebiete des Krankencomforts vollzogen hat. Die allgemeine, sich inimmer weiteren Kreisen bahnbrechende Anerkennung der Thatsache,dass die Gesammtheit der technischen Hilfsmittel der Krankenpflege