Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
30
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30 I'. .lacobsohn .

Diese Bestrebungen hatten in der weiteren Folge auf der einenSeite die Wirkung, dass durch die erhöhte Fürsorge für geeignete Rei-nigung und Lüftung der Krankenzimmer der Krankencomfort gefördertwurde, insofern sich die Kranken bei der gesteigerten Sorgfalt, die manihnen in hygienischer Beziehung zu Theil werden liess, nicht nur geistigund körperlich wohler befanden und die Zahl der Hospitalinfectioncuauf ein Minimum herabsank; auf der andern Seite aber litt der Com fortder Kranken dadurch Noth, dass man in dem übereifrigen Bemühen,nur ja jedes Stäubchen auszutilgen, die Krankenräume von Allem gänz-lich entblösste, was über das Maass des unbedingt Notwendigen einWenig hinausgeht, aber doch eine günstige Wirkung auf das Befindendes Kranken und seine Widerstandsfähigkeit äussern kann, weil es ihmAnnehmlichkeit, Bequemlichkeit, ja bei allen Sorgen und Kümmernissen,die durch die Erkrankung hervorgerufen werden, sogar ein gewissesGefühl,der Behaglichkeit zu verschaffen vermag. Die Consecjuonz dieserVerhältnisse war, dass die Krankenräume in ihrem Inneren wiederumjene abstossende Leere und Kahlheit zu zeigen begannen, welche ihnen,wie oben geschildert, schon hundert Jahre zuvor ein unerfreuliches Ge-präge verliehen hatten und dem Kranken den Aufenthalt im Hospitaleverleideten. Sie waren auf dem besten Wege wiederum das Ansehengefängnissartiger Bauten anzunehmen, deren Einwirkung auf das Ge-mütli und den Zustand des Kranken Nichts von ihrer Unzuträglichkeitund Unzweckmässigkeit, dadurch cinbüsste, dass der Fussboden nun-mehr statt der früheren Holzdielen mit Terrazzo bekleidet, die Wändeder Krankenzimmer nicht tapeziert, sondern mit Oelfarbe gestrichen,die Betten statt von Holz von Eisen und die Tische mit Glasplattengedeckt waren. So lagen die Verhältnisse, als im Jahre 1890E. v. Leyden und M. Mendelsohn ihre erfolgreichen Bestrebungenbegannen, den Kranken aus therapeutischen Gesichtspunkten eine an-genehmere und freundlichere Umgebung zu schaffen und ihnen ein er-höhtes Maass von Becpiemlichkeit und Behaglichkeit darzubieten, Be-strebungen, welchen in erster Linie der bedeutsame Aufschwung aufdein Gebiete des Krankencomforts zu verdanken ist, in welchem wirgegenwärtig in Deutschland begriffen sind, und welche insbesondere dieAufmerksamkeit auch der ärztlichen Kreise auf dieses von ihnen bisdahin so sehr vernachlässigte Arbeitsgebiet hingelenkt haben.

3. Umfang und Ziele der Fürsorge für den Krankencomfort.Krankencomfort im Hospital und im Privathause.

Die Fürsorge für den Krankencomfort verfolgt gegenwärtig in derHauptsache zwei Ziele: Erstens sucht sie für die Räume, in welchen diKranken sich während der Dauer ihrer Erkrankung befinden, eine derartige innere Einrichtung und Ausstattung zu schaffen, dass auf dereinen Seite zwar den Ergebnissen der hygienischen Forschungen in nach-

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