Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
28
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"28 P. .Jacobsohn ,

1830 herum, wo insbesondere auch die Cholera zur Verbesserungund Hebung des Krankcncomforts erheblich beitrug, gänzlich durchkünstliche Metallwärmer mit Heisswasserfüllung verdrängt. Damalskamen zuerst die auch heute noch gebräuchlichen länglichrunden,platten, gebogenen blechernen Bauchwärmer auf, welche mit Stöpsel oderSchraube verschlossen, und mit einem Bande um den Leib befestigtwurden, ferner auch die zinnernen, mit Schraubenvorrichtung undHenkeln versehenen Heisswassorbehälter.

Bei der Wiedergabe der vorstehenden Schilderungen, welche sichan die erwähnten Werke über Kränkenpflege aus den dreissiger Jahrenanlehnen, haben wir uns auf das Wichtigste beschränkt, da eine ein-gehendere Behandlung des historischen Materials hier zu weit führenwürde. Es dürften jedoch die verzeichneten Angaben hinreichen, umein zutreffendes und getreues Bild des damaligen Krankcncomforts dar-zubieten. Man kann sich in der That nicht verhehlen, dass die tech-nischen Hilfsmittel der Krankenpflege bereits zu jener Zeit in aner-kennenswerther Vervollkommnung und Mannigfaltigkeit; ausgebildetwaren. Wenngleich aber der Fortschritt, welcher in den ersten Jahr-zehnten des 19. Jahrhunderts auf dem Gebiete des Krankcncomfortsgemacht wurde, ein sehr bemerkenswcrtlier und in die Augen fallenderist, so ist andrerseits doch zu constatiren, dass man damals noch voneiner nach therapeutisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkten geordneten,planmässigen Verwendung aller dieser technischen Hilfsmittel, wie sieheutigen Tages geübt wird, weit entfernt war. Man begnügte sich damitdie verschiedenartigen Apparate, Geräthc und gegenständlichen Her-richtungen, welche die Technik zur Verfügung stellte, gelegentlich beider Pflege der Kranken zu benutzen und den gemachten Erfahrungenentsprechend weniger Zweckmässiges durch Geeigneteres zu ersetzen, aberman ging damals noch nicht, wie heute, darauf aus, die gesammte Um-gebung des Kranken in eingehender, methodisch durchgeführter Weiseden Bedürfnissen des Letzteren anzupassen, um dadurch seine Wider-standsfähigkeit und Genesungsfähigkeit zu erhöhen, oder mit anderenWorten, man erkannte damals noch nicht in vollem Umfange die Be-deutung des Kranken com forts als eines wcrthvollcn, für den Gesammt-erfolg der Krankenbehandlung nicht zu unterschätzenden, besonderen,direkten Heilfactors. In Uebereinstimmung mit dieser Thatsache stehtauch die Wahrnehmung, dass die Krankenzimmer jener Zeit, soweit wiruns ihr Aussehen aus den überlieferten Abbildungen reconstruirenkönnen, den heutigen Ansprüchen an den Krankencomfort noch in keinerWeise genügen; dieselben machen zweifellos einen nicht sehr freund-lichen, einen gewissermassenkahlen" Eindruck, und es fehlt ihnen fastgänzlich jener auch schon mit geringen materiellen Mitteln erreichbare,dem Kranken so woliltlmende Schmuck, jener ihn erquickende, seineHoffnung belebende Hauch von Behaglichkeit, welcher nach unserenheutigen Begriffen eine unerlässliche Zugabe bei der Ausstattung der mo-dernen Krankenräume bildet.