Fürsorge auf dem Gebiete des Kranlcencomforts. 25
nicht übermässig zu bücken braucht. Fuss-, .Kopf- und Seitenbrettermüssen eine gebührliche Höhe haben, damit nicht die Matratze oder dasUnterbett, oder gar der Kranke im Schlaf, wenn er unruhig ist, heraus-falle. Ein bretterner Boden ist nicht so gut als ausgespannte Gurten;jener begünstigt das Nisten von Ungeziefer und verhindert den Zutrittvon Luft zu dem .Strohsack, wodurch das Stroh sehr leicht einen mo-drigen Geruch annimmt, wenn es nicht täglich umgeschüttelt wird. Dieeisernen Bettstellen werden so sehr gelobt; ich kann ihnen keinen Ge-schmack abgewinnen; sie sehen wie ein kahles Gitterwerk aus, lassenso sehr in das Innere des Bettes hineinblicken, schützen von keinerSeite gegen die Luft, und gewähren dem Kranken nicht die mindesteWärme. Sie werden besonders für Hospitäler empfohlen, wo sie fürnachlässige Wärter allerdings den Vorzug haben mögen, dass sich inihnen nicht so leicht Wanzen, wie in den Fugen der hölzernen Bett-stellen, einnisten". Wenn auch Dieffenbach's Urtheil über die eisernenKrankenbettstellen heute nicht mehr für zutreffend erachtet werden kann,so sind doch seine diesbezüglichen Betrachtungen von grossem Interesse.Seine Ausführungen zeichnen sich durch eine ausserordentlich lebens-wahre und packende Darstellungsart aus, ihr Studium bietet einen Schatzreicher Erfahrungen, eine Fülle praktischer Rathschlägc auf dem Gebieteder Krankenpdegetechnik und des Krankcncomforts, von denen vielenoch heute volle Geltung haben. Gleich Martin verwirft er die Feder-unterbetten und empfiehlt eine Rosshaarmatratze. Zur Unterstützungeines schmerzhaften Körpertheils dienen längliche, feine, leinene Säcke,mit Heckerling, Kleie, Seegras, Pferdehaaren gefüllt, als Bettunterlagewird Wachstuch, zum Eingeben der Arznei besondere Einnehmelöffel ausPorzellan verwendet, da die Tischlöffel ungleiche Grösse haben. Er-brochenes wird in einer flachen, weissen, zugedeckten Schale für denArzt aufgehoben. Der Stuhlgang wird in ein vorher erwärmtes Steck-becken entleert, welches bedeckt ausserhalb des Krankenzimmers auf-bewahrt wird, Auswurf kommt in ein Spuckbecken oder Hustenglas.Zu Einspritzungen und Ausspülungen werden zinnerne Spritzeh sehrverschiedener Grösse verwendet, je nachdem Ausspritzungen des Halses,der Nase, des Ohres, des Darmes, der Scheide vorgenommen werden.Im letzteren Falle trägt, die Spritze ein zinnernes, gebogenes „Mutter-rohr" von . zwei Fingern Länge, vorn mit einem länglichen, mehrfachdurchlöcherten Knopf versehen. Dieffenbach selbst construirte eineScheidenspritze, welche ein grades, einen Finger langes und einen kleinenFinger dickes Elfenbeinrohr, mit mehreren Oeffnungen trug, um leichterund nicht zu tief einzudringen. Für die Application von Blutegeln anden Uterus giebt er eine zinnerne Doppelröhre an. Die Clystierspritzesoll inwendig gehörig glatt polirt sein, und muss einen leicht beweglichenund doch gut schliessenden Stempel haben. Das Darm-Ansatzstück derSpritze, aus Zinn, Holz, Hörn, Elfenbein oder elastischem Gummi, ambesten nach Dieffenbach von Elfenbein, wird mit Baumöl bestrichen;eine zwei Zoll vor der Mündung befindliche Scheibe soll zu tiefes Ein-