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ist fortgeschritten. Auf das Bettuch kommt eine reine Serviette, aufdiese ein sauberes, zwei Fuss langes und anderthalb Fuss breites,weisses Brett, das den Speiseteller des Kranken trägt; denn „das Essenvon einem vor dem Bette des Kranken stehenden Tische ist sehr unbe-quem und angreifend, man muss es einem Kranken recht bequemmachen". Hinsichtlich der Luftverbesserung werden sehr wohlriechendeBlumen und feine wohlriechende Wässer verworfen, dagegen Räucherun-gen mit Essig empfohlen, der auf einer Feuerschaufel oder in kleinenDampffässern mit darunter befindlicher Spirituslampe verdampft wird.Unter den trocknen Räuchermitteln sind die Wachholderbeeren noch dashäufigst angewendete; doch „soll man das Räuchern nicht übertreiben,man soll nicht ganze Hände voll, in das helle Feuer werfen, sondernmit einem kleinen Kohlenbecken in der linken Hand durch Zimmer,Säle und Corridors langsam durchgehen und fortwährend kleine Prisenauf die Kohlen werfen". Zur Zerstörung der Ansteckungsstoffe in derLuft dienen Räucherungen mit Salpeter oder Salz, worauf Schwefelsäuregegossen wird, oder mit Chlor, wobei Chlorkalk mit Wasser verrührtund der Brei in. Schalen im Zimmer umhergetragen oder auf mit Lein-wand bespannte grosse Holzrahmen mit einem Pinsel alle zwei, dreiStunden aufgestrichen wird. Die Krankenkleidimg besteht aus Hemd,Jacke und Halstuch. Unterkleider sind im Bett verboten. Das Anziehenfrischer Wäsche, die vorgewärmt ist, muss geschickt ausgeführt werden;der kranke Arm k-fommt zuerst, und am bequemsten werden aufgetrennteAermel mit Bändern zum Zubinden benutzt.
Besonders bemerkensworth ist, dass bei Dieffenbach bereits dieeisernen Krankenbcttstellen mit den hölzernen in Concurrenz zu tretenbeginnen. Allerdings verhielt er sich zunächst ablehnend gegen dieselben,wie folgender für die Geschichte des Krankencomforts lehrreiche Passusbeweist: „Die Bettstellen sind entweder mit Gardinen, ohne Gardinen, vonHolz oder von Eisen. Sie haben entweder einen bretternen Boden oderGurten oder Leinwand, auf dem der Strohsack und darüber die Bettenliegen. Dann unterscheiden sich die Bettstellen durch ihre Höhe, ob sielange oder kurze Beine haben, oder ein- oder zweischläfrig sind. DieGardinenbetten, welche alte Leute so sehr lieben, haben für Kranke sehrgrosse Nachtheile, sie verhindern den Zutritt der freien Luft, besonderswenn sie in engen, dunklen Zimmern stehen. Oben auf ihrem breitenBretterhimmel trifft man oft wohl eine ganze Polter- und Vorratskammeran, alte Stiefeln, Schuhe, Seife und Aepfel, in den Ecken der GardinenSpinnen und Spinnengewebe, und auf dem Bretterboden unten im StrohMäusenester und quikende Junge, in den Ritzen Wanzen und im wurm-stichigen Holz Todtenuhren. Unter dem Bett allerlei unbrauchbarenHausrath und im Winter wohl Kartoffeln und Kohl. Solch eine Bett-stelle taugt nicht für einen Kranken, auch wenn sie die schönsten Bettenenthielte. Eine gute Bettstelle muss keine Gardinen haben, massig hochsein; nur für Kranke, welche äusserliche Schäden haben, besondersKnochenbrüche, etwas hochbeinig, damit der Arzt sich beim Verbände