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Rinne eintauchte, so dass ein geruchverhindernder, hermetischerVerschluss erzielt wurde. In der Mitte jedes Saales stand eingrosser Tisch für die Arzneien der Kranken. Jeder Saal besassauch einige kleine und einen grossen gepolsterten Krankenlehnstuhl.Sämmtliche Krankensäle, ebenso die Alkovenmäuerchen, mit Ausnahmeder beiden Scale der Augenabtheilung, waren weiss, die Bettstätten, derTisch und die Thiiren hellgelb bemalt. Zur künstlichen Beleuchtungder Krankenräume dienten Lampen von weissem Milchglas, welche inder Mitte des Saales an der Decke befestigt waren. Für ausreichendeBeheizung und Lufterneuerung durch Ventilationsapparate war gleichfallsSorge getragen.
Diese charakteristische Schilderung der Ausstattung und inneren Ein-richtung der Krankenräume, welche Martin in dem erwähnten Buchegiebt, gewährt ein recht anschauliches Bild des Krankencomforts ineinem der besteingerichteten Krankenhäuser jener. Zeit. Von grossemInteresse dürfte die AVahrnehmung sein, dass man sich bereits damals eifrigbemüht zeigte, die Nachtheile, welche sich für den Com fort der Krankendadurch ergeben, dass in den Hospitälern eine grössere Anzahl Schwer-kranker in einem gemeinsamen Räume untergebracht werden, mit Zu-hilfenahme der verschiedenartigsten technischen Vorkehrungen zu ver-ringern. In mannigfacher Beziehung ergänzt wird das Bild des dama-ligen Krankencomforts durch die kleine Schrift desselben Autors: DieKunst den Kranken zu pflegen (München 1832). Martin fordertEntfernung und Verhütung aller unreinen, feuchten und verdorbenenLuft im Krankenzimmer und seiner Umgebung, grösste Reinlichkeitim Zimmer selbst und den Vorplätzen, Fernhaltung von Uebor-füllung des Krankenzimmers durch Besuchende, Vermeidung von Rauch,Kohlendunst, Unrath, faulenden Stoffen, Beseitigung feuchter und schmutzi-ger AVäsche, Kleider, Blumen etc., fleissiges Oeffnen von Fenstern undThüren und geschickte Handhabung der Ventilationsapparate. Als Luft-verbesserungsmittel dienen feuchtes Kohlenpulver, in flachen Gefässen auf-gestellt, Verdampfung von Essig, Besprengung von Wänden und Bodenmit Essig, Chlordampf, erzeugt durch Chlorkalk und zugetropfte Schwefel-säure. Im Krankenzimmer muss stets Ordnung sein; Nässe oder Staubsind nicht zu dulden; alle Geräthschaften müssen ihren bestimmten Orthaben, die abschreckenden darunter, wie chirurgische Instrumente,Clystierspritzen, Arzneien dem Anblick der Kranken entzogen werden.Das Krankenbett soll nicht nahe einer kalten Mauer, einem Fensteroder einer Thür stehen und soll durch Vorhänge oder sogenannte „spa-nische Wände" gegen Zugwind geschützt werden; es soll weder zuhoch noch zu niedrig und mit einer guten Matratze oder einemStrohsack, sowie mit einer wollenen Decke versehen sein. Feder-und Unterbetten werden verworfen, die Leintücher müssen faltenfreisein. Als Bettuntcrlagcn dienen Wachsleinwand, AVachstaffet oder zu-sammengelegte Tücher. Zum Schutz gegen Decubitus empfiehlt Martinein Rehfell, häufigen Lagewechscl und „Aufstellen einer Schüssel mit