Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
19
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Fürsorge auf dem Gebiete des Kranlcencomforts. 19

erst eil und zweiten Stock, lagen jederseits 9 ganz gleichmässig angelegteviereckige Krankensäle, 14 Fuss hoch, 38 lang und 24 breit. In jedemSaale befand sich ein grosses, oben bogenförmiges Fenster, das dieHöhe des ganzen Saales fast erreichte und denselben angenehm undhinlänglich erleuchtete. Sämmtlicho Fenster waren doppelt, mit soge-nannten Winterfenstern versehen. Dem Fenster gegenüber hatten dieKrankensäle eine Aushöhlung, die in einer Nische den Ofen und zubeiden Seiten Glasflügolthüren trug, durch welche man in die zwischenzwei benachbarten Krankensälen gelegenen Vorräume gelangte, in deneneine kleine Küche für die Krankenwartung untergebracht war, und durchwelche das Eindringen direkten Zugwindes vom Corridor vermiedenwurde. Zugleich war durch die Vorräume eine gewisse Communica-tion zwischen den Krankensälen ermöglicht. Der Fussboden in denSälen des ersten und zweiten Stockes war von Holz, der zu ebenerErde aber und in den grossen Corridoren von weissen, glatt-polirten Steinen. An den beiden Seiten jedes Saales befanden sichdie Krankenbetten, in jedem Saale zwölf. Die Betten waren zunächstdurch kleine Zwischenmauern, welche sogenannte Alkoven bildeten, voneinander getrennt, sodass sich auf jeder Seite eines Saales immer3 Alkoven und in jedem derselben 2 Betten befanden. Die Alkoven-mäuerchen waren 6 Schuh hoch, 1 / 2 Schuh dick, hatten ihre Richtunggegen die Mitte des Saales und waren so lang als die Bettstätteeines Kranken. Der Plafond, die Beheizung, das Licht des Gesamnil-saales war allen Kranken gemeinsam, in der Mitte des Saales bliebnoch hinlänglich freier Raum. Die Mäuerchcn erlaubten eine grössereEntfernung der einzelnen Krankenbetten von einander, hemmten das zugrelle Einfallen des Fensterlichts auf den Kranken und gaben jedemKranken gleichsam ein eigenes Zimmer in dem grossen gemeinsamenSaale, ohne dadurch den Krankendienst irgendwie zu erschweren. Den-noch wurden sie 1832 aus sämmtlichen Sälen entfernt, weil derHospitalvorstand in ihnen vorzugsweise die Ursache der im Hauseüberhand nehmenden Wanzennester zu finden glaubte. Seitdemstanden die Betten ganz frei im Saale. Sie enthielten einen Stroh-sack, eine Matratze von Rosshaar, 1 Federkissen, 2 leinene Tücher undeine wollene Decke. Die Bettstellen selbst waren mit Rädern ver-sehen, um sie leicht nach allen Seiten bewegen zu können, undtrugen am Kopfende ein Kästchen zur Aufbewahrung der nöthigstenKrankenbekleidungsgegenstände. Dort war auch eine schwarze Tafelangebracht, auf welcher Saal und Bettnummer, Name des Kranken,Krankheit, Eintrittstag in die Anstalt, Anfangstag der Erkrankung,die verordneten Arzneien, Kost und Getränk genau aufgezeichnetwurden. Neben dem Bette jedes Kranken stand ein Nachttischchen,zwischen zwei Nachttischchen ein hölzerner Leibstuhl von der Formeines Lehnstuhls. Unter dem beweglichen Stuhlsitz befand sichein runder Zinkkessel, dessen Deckel in eine mit Wasser ge-füllte, rings um die obere Mündung des Kessels herumlaufende