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Schippe oder einem irdenen Schüsselehen über Kohlen oder Spiritus ver-dampft). Auch Blumen, Fichten- und Maiensträuche, welche in frischemWasser in die Ecke des Krankenzimmers gesetzt wurden, mussten derVerbesserung der Luft dienen. Nervöse und hysterische Personen ver-fügten über den besonderen Comfort, dass in ihrem Zimmer Stinkspiritusaus den sogenannten Stinkbüchsen ausgeträufelt wurde. Ausser den ge-wöhnlichen eröffnenden, besänftigenden, nährenden und stärkendenClystieren wurden häufig auch solche von Tabaksrauch mit einer be-sonderen kleinen Maschine, die einer Tabakspfeife ähnlich war, verab-reicht. Von Umschlägen finden sich erweichende Breiumschläge, wozuein Brei aus Weissbrot, Milch und Eigelb oder geschabter venedischerSeife verwendet wurde, und reizende Umschläge, insbesondere Senfteige,die oft durch Zusatz von geriebenem Meerrettig und Knoblauch verschärftwurden. In Frankreich war der Krankencomfort am Ende des 18. Jahr-hunderts am weitesten fortgeschritten (vgl. Carrere, Manuel pour lesgarde-malades. Strassburg 1787). Neben den ausgezeichneten und be-rühmten Arbeiten über Verbesserungen des Hospitalwesens von Tenonmachte sich im Jahre 1777 Le Roy dadurch um den Krankencomfortverdient, dass er zwecks Separation der einzelnen Kranken in den grossenKrankensälen die beweglichen Bettschirme (sogenannten Portativschirme)erfand. Das gleiche Ziel verfolgte A. Petit, welcher 1774 die Er-bauung kleiner Bettalkoven aus Backsteinen in den Krankensälen zuerstvorschlug (Memoire sur la meilleure maniere de construire un hospitalde Malades. Paris 1774). Chr. Ludw. Hoffmann ging, um dieNachtheile des Zusammenlegens vieler Kranken in einem Räume zuvermeiden, sogar so weit zu fordern, dass jeder Kranke in den Hospi-tälern ein eigenes Zimmer erhalte (Mainz 1788). Pfähler, der franzö-sche Quellen benutzte, forderte statt der bis dahin üblichen zinnernenTrinkbecher für den Kranken Ess- und Trinkgeschirre aus Glas undPorzellan, Löffel aus echtem Silber oder Elfenbein. Neben der schonim 17. Jahrhundert überall gebrauchten Bettschüssel empfahl er denZimmernachtstuhl. Es erscheinen bei ihm sogar schon die ersten com-plicirteren Vorrichtungen des Krankencomforts. Ein mechanischesBett (s. Abbildung 3) aus Holz, mit verstellbarer Rückenlehne undsenkbarem Fussende, welches dem Kranken gestattet nach Beliebeneine sitzende oder liegende Stellung zu geben, wird von ihm ausführ-lich beschrieben und durch eine Kupfertafel, welche beistehend reprodu-cirt ist, veranschaulicht. Es dürfte von Interesse sein das Geräth mitden heutigen eisernen Betten zu vergleichen, deren Form und Grund-prineip im wesentlichen schon vor hundert Jahren vorhanden war.Demselben Autor entnehmen wir aus dem Jahre 1793 Angaben übergutgestopfte Rosshaarmatratzen, mit Luft gefüllte Ledermatratzen,die mit Wachstuch bedeckt werden, über grüne, unbemalte Bett- undFenstervorhänge, Aufstellung von grünem Buschwerk und blätterreichenZweigen oder Schalen mit Eisstücken im Krankenzimmer, über die Ver-wendung gebogener Röhrchen bei der Ernährung Schwerkranker etc.