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2,1 (1902)
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15
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Fürsorge auf dem Gebiete des Kranltencomforts. 15

selben sind bereits vorhanden. Der Ernährung Kranker, der Bereitungzweckdienlicher und bekömmlicher Krankenspeisen und erfrischender Ge-tränke für Fiebernde (Wasser mit säuerlichen Fruchtsäften) wird beson-dere Aufmerksamkeit gewidmet. Auch die zur Vornahme der wichtigstenHandreichungen und Hilfeleistungen am Krankenbette gehörenden Gc-räthe und Utensilien werden genau beschrieben. Hochinteressant istes, die allmälige Veränderung und Vervollkommnung der hauptsäch-lichsten und häufigsten Objecte des Krankencomforts zu verfolgen; mankann dabei aufs deutlichste erkennen, wie sich auch auf diesem Gebietedie technischen Hilfsmittel, insbesondere was Form und Herstellungs-material anlangt, genau nach dem jeweiligen Stande der allgemeinenculturellen Entwicklung richten.

Wenn auch an dieser Stelle auf eine eingehendere Schilderung derBestandtheile des damaligen Krankencomforts verzichtet werden muss(ich verweise hier auf meine Abhandlung:Beiträge zur Geschichte desKrankencomforts". Deutsche Krankenpflege-Zeitung 1898. No. 9 ff.),so seien doch einige Angaben aus den genannten Schriften gestattet.Die Krankenbetten bestanden damals noch durchweg aus Holz undwaren mit dünnen Bettvorhängen umgeben; an den Bettladen war eineSchnur zum Aufrichten befestigt. Flölzerne Fensterläden hielten dieSonnenstrahlen dem Krankenzimmer fern, während man durch fleissigesBesprengen der Strasse für Kühlung der Zimmerluft sorgte. Zur Rc-gulirung der Lufttemperatur dienten Thermometer nach Reaumur. DieHeizung geschah durch Kaminöfen, in manchen Fällen auch durch Oefen,welche vom Flur aus bedient wurden. Bettschüsseln, Uringläser, Spei-gläser waren überall in Anwendung. Statt der Gummigeräthe benutzteman solche aus gegerbtem Leder, das zu Kopfkissen, Unterlagen, Lage-rungskränzen (mit gedörrtem Moos, Rosshaar, Federn gefüllt) und zuStützrollen verwendet wurde. Die Klystiere wurden mit zinnernenBüchsen mit Stempel, den Vorläufern der Spritzen, oder mit einer Thier-blasc mit aufgeschraubtem Elfenbeinansatz verabreicht. Zur Erwärmungder Füsse dienten während der ersten Hälfte des vorigen Jahrhundertsentweder viereckige blecherne Kästchen, welche mit glühenden Kohlengefüllt wurden, die sogenannten Feuerstübchen, oder oben und untenmit einem Blech versehene Wärmkörbe, in welche Apparate ein Topfmit glühenden Kohlen gestellt wurde. May empfahl statt ihrer,um den schädlichen Kohlendunst im Krankenzimmer zu vermeiden, denStechbecken ähnliche runde zinnerne Wasserbehälter mit langem Stiel,oder mit heissem Wasser gefüllte Steinkruken. Sehr beliebt waren amEnde des vorigen Jahrhunderts zurVerbesserung der Krankenzimmer-luft" die Räucherungen, und zwar wurden trockene Räucherungen an-gewendet, um die Luft weniger feucht zu machen (Wachholderholz,AVachholderbeeren, Kaskarilrinde, getrocknete Citronen- und Aepfelschalen,Zucker, Mastix, Storax, Rauchkerzchen, Kolophonium, gekochter Ter-pentin), feuchte Räucherungen hingegen, um die zu trockene Luft anzu-feuchten (Lavendelgeist oder Rosenwasscr, mit Essig auf einer heissen