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grosse Krankheitsmortalität in beträchtlichem Maasse auf die gänz-lich unzureichende Fürsorge für Krankcncomfort und .Krankenwartungzurückzuführen sei. Besonders bekannt ist der Bericht der PariserAcademic vom Jahre 1877, in welcher die unhaltbaren Verhältnissedes damaligen Hospitalwesens eingehend dargelegt und eine Reihezweckmässiger Reformen auf diesem Gebiete erfolgreich in Vorschlaggebracht wurden (v. Leyden: Ueber Specialkrankenhäuser, nebst Be-merkungen über Kost und Com fort der Kranken. Vortrag i. d. deutschenGesellsch. f. öffentl. Gesundheitspflege vom 31. März 1890). Auch ineiner Anzahl von deutschen Städten, meist im Anschluss an die Uni-versitäten und medicinischen Schulen, wurde von Seiten erfahrenerAerzte eine reichere Ausstattung der Hospitäler und die Beschaffungeines besseren Krankenpflegepersonals eindringlich betont. BesondereVerdienste in dieser Hinsicht erwarb sich der Münchener Universitäts-professor C. Strack (Sermo academicus de custodia aegrorum. Frank-furt a. M. 1779), welcher in seiner acaclemischen Rede „über die Kran-kenwartung" die wesentlichsten Aufgaben der Krankenpflege entwickelte.Diese mit Eifer durchgeführten Bestrebungen hatten denn auch die Con-sequenz, dass sich gegen die Wende des Jahrhunderts ein gewisser Auf-schwung auf dem Gebiete der Krankenpflege bemerkbar machte. DieUmgebung der Krankenhäuser wurde freundlicher gestaltet, die Bcttcn-zahl in den Krankenzimmern wurde auf 20—30 herabgesetzt, man be-mühte sich die materiellen und technischen Einrichtungen des Kranken-comforts zeitgemäss zu verbessern und ein zahlreicheres, besser vorge-bildetes Wartepersonal zu gewinnen. Gleichzeitig gestatteten dieallgemeinen Fortschritte der Naturwissenschaften und der Technik eineallmälig zunehmende Vervollkommnung der eigens den Zwecken desKrankencomforts dienenden Hilfsmittel. Einigen, schon eine gutgeord-nete, systematische vVnweisung für Berufspfleger darbietenden Lehrbüchernjener Zeit (Unzer: Von der Wartung der Kranken, 1769; Franz May,ausserordentl. Lehrer der Arzneiwissenschaft 'auf der hohen Schule zuHeidelberg: Unterricht für Krankenwärter. Mannheim 1784; J. G. Pfähler.Unterricht für Personen, welche Kranke warten. Riga 1793) entnehmen wirinteressante Aufschlüsse über den Umfang und das Niveau des Kranken-comforts vor mehr als 100 Jahren. Wir beobachten in diesen Schriftendas sichtliche Fortschritten in den für die Kranken- und Hospitaihygiencgrundlegenden Anschauungen. Bei aller Einfachheit in den Vorschriftenund empfohlenen Massnahmen begegnet man doch schon den meistenForderungen, welche heutigen Tages an den Comfort der Kranken ge-stellt werden. Die Sorge für geräumige, helle Krankenzimmer, häufigeund gründliche Lüftung derselben, geeignete Abkühlung der Zimmer-temperatur, für feuchte Reinigung der Krankensäle, peinliche Reinhaltungdes Kranken und seines Lagers wird ausführlich und eindringlich dar-gelegt. Eingehende technische Vorschriften über die Fleizung undnächtliche Beleuchtung des Krankenzimmers, über örtliche Abkühlungund Erwärmung des Kranken, Lagerung, Bettung und Bekleidung des-