Druckschrift 
2,1 (1902)
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Fürsorge 1 auf rTem Gebiete des Krankencomforts. 7

Erwägung zu ziehen, welche bei der Schaffung von zweckentsprechendenEinrichtungen und Vorkehrungen auf dem Gebiete des Krankencomforts-in Frage kommen. Andrerseits können dem wissenschaftlich gut vor-gebildeten Arzte technische Kenntnisse sehr zu statten kommen. Wenner die Rohmaterialien kennt, aus welchen die wichtigsten Bestandteiledes Krankencomforts hergestellt werden, wenn er über ihre physika-lischen Eigenschaften, ihre Gewinnung, ihre Verarbeitung, ihr Ver-halten in antiseptischer Hinsicht einigermaassen orientirt ist, so wirdihm diese Kenntniss bei der Vervollkommnung des Krankencomfortswesentliche Dienste leisten und seine Fähigkeiten Neues und möglichstZweckmässiges auf dem in Rede stehenden Gebiete zu schaffen sehrerhöhen. Jedoch erst durch die ihm allein gleichzeitig mögliche sorg-fältige Beobachtung am Krankenbette und durch eingehendes Studiumder Bedürfnisse des kranken Körpers wird der Arzt dahin geführt,dem Kranken in wünschenswerther Weise und in ausgiebigem MaasseBehaglichkeit und Erleichterung der Beschwerden darbieten zu können.Aber so wenig der Techniker auf dem Gebiete des Krankencomfortsheute der thatkräftigen Mitwirkung des Arztes entrathen kann, ebensowenig ist natürlich dem Arzte die Hilfe eines guten Technikers ent-behrlich. Die zutreffende und zweckentsprechende Auswahl geeigneterRohstoffe, die Prüfung ihrer Güte, die oft schwierige und maschinelleEinrichtungen erfordernde weitere Verarbeitung derselben setzt eine grossound eingehende technische Schulung und Erfahrung, häufig auch nichtunerhebliche Fachkenntnisse in der Mechanik und Kinematik voraus,welche dem Arzte in den meisten Fällen fehlen. Hieraus ergiebt sichalso die Consequenz, dass auf dem Gebiete des Krankencomforts dasErspriesslichste und Vollkommenste nur geleistet werden kann, wennder Arzt und der Techniker sich zu gemeinsamer Arbeit vereinen undeinander mit ihrem Rath, ihren Kenntnissen und Fähigkeiten unterstützen.Gerade der Thatsache, dass die Aerzte es bisher fast gänzlich ver-absäumten, selbstthätig an der Vervollkommnung des Krankencomfortsmitzuarbeiten, und dass sie es, die Bedeutung der Sache verkennend,in früherer Zeit unter ihrer Würde hielten, sich um die weitere Aus-,gestaltung der materiellen und technischen Hilfsmittel der Krankenpflegeeingehender zu kümmern, ist es in hohem Maasse zuzuschreiben, dassdas Niveau des Krankencomforts lange Zeit hindurch ein relativ niedrigessowohl in den öffentlichen Hospitälern als auch in der häuslichenKrankenpflege geblieben ist.

2. Zur geschichtlichen Entwickelung des Krankencomforts.

Werfen wir einen Gesammtblick auf die geschichtliche Entwicklungdes Krankencomforts, so nehmen wir wahr, dass dieselbe nur ausser-ordentlich langsam von Statten gegangen ist. Diese Thatsache wird um soleichter verständlich, wenn man erwägt, dass ein jeder Comfort, auch der