(i P. Jacobsohn,
gebung dos Kranken dockt. Wir können die Summe dieser Hilfs-mittel in zutreffender Weise als den „Krankencomfort im engerenSinne" bezeichnen, umsomehr als man ja mit dem Ausdruck „Comfort"von jeher den Gedanken an Einrichtungen und Annehmlichkeiten mate-rieller Natur zu verbinden gewöhnt ist. Die Regelung und Gestaltungder belebten Umgebung des Kranken nach ärztlich-wissenschaftlichenGesichtspunkten, welche die Fragen der personellen Krankenwar-tung umfasst, wollen wir hingegen in einem ferneren Capitel diesesWerkes einer eingehenderen Besprechung und Darlegung unterziehen.
Die Adaptirung der unbelebten Umgebung des Kranken an die be-sonderen Verhältnisse des Letzteren, an den Ausnahmezustand desKrankseins, die Beschaffung eines hinreichenden materiellen Comfortsgehört heutzutage zu den unumgänglichen Pflichten des Arztes. Ermuss die ihm zur Verfügung stehenden gegenständlichen Vorkehrungenund Zurüstungcn, die technischen Hilfsmittel des Krankencomforts nichtnur genau kennen, um sie dann nach seinem Ermessen entsprechendden Erfordernissen des Einzelfalles zur Anwendung zu bringen, sonderner hat auch in erheblichem Maasse die Aufgabe an der weiteren Ver-vollkommnung und Ausgestaltung des Krankencomforts thätig mit-zuwirken. Diese letztere Aufgabe ist für die Aerzte eine ziem-lich neue. Gleichwohl erscheint der Arzt dazu berufen, dem fernerenAusbau der materiellen Einrichtungen des Krankencomforts und denFortschritten auf diesem Gebiete eingehende Beachtung zu schenken undauch nach dieser mehr technischen Richtung hin sich Anregung und Ini-tiative vorzubehalten. Wollten sich die Aerzte dieser Aufgabe auch ferner-hin entziehen oder ihre Bedeutung unterschätzen, so würden sie sichdamit der Möglichkeit einer sehr wirksamen Bereicherung ihrer therapeu-tischen Leistungsfähigkeit begeben. Man sollte doch meinen, dass Niemandso gut und so eingehend die Bedürfnisse Kranker überhaupt und die Er-fordernisse einzelner Erkrankungslällc im Besondern kennt und zu würdigenweiss, wie eben der Arzt. Gleichwohl ist die Zumiithung einer erhöhtenAufmerksamkeit für die Fortschritte des Krankencomforts erst in letzterZeit an die Aerzte eindringlicher herangetreten, und sie beginnen erstin geringem Umfange sich aktiv an der Vervollkommnung desselben zubetheiligen. Hielt man es doch vor nicht gar langer Zeit sogar eineswissenschaftlichen Arztes fast unwürdig, sich mit der Einrichtung undVerbesserung von Krankenbetten, Krankenwagen, Krankenstühlen etc.zu befassen, indem man irrigerweise glaubte, diese Thätigkeit sei alleindem Techniker anheim zu geben und ausschliesslich seinem Er-messen zu überlassen. Man übersah dabei natürlich ganz, dassder Techniker wohl in der Lage ist, die in Frage kommendenmateriellen Hilfsmittel der Krankenpflege aus den verschiedenenRohmaterialien in geeigneter Weise herzustellen, dass er jedochnicht mit den Bedürfnissen der Kranken genügend vertraut ist,um die Angaben und Direktiven des Arztes entbehren zu können.Nur der Arzt ist im Stande, alle die kleinen Rücksichten in