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2,1 (1902)
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankencomforts. 5

Aufgabe den Kranken in jeder Beziehung unter die der Genesungdenkbar günstigsten äusseren Bedingungen zu versetzen undzwar während der ganzen Dauer der Erkrankung. Dieser Auf-gabe kann sie aber nur genügen, wenn es ihr gelingt das gesammteMilieu, in welchem-sich der Kranke befindet, von dem Augenblicke an,wo er erkrankt, bis zu dem Augenblicke, wo er wieder als gesund be-trachtet werden darf, so zu beeinflussen und umzuschaffen, dass vondemselben nur günstige Einwirkungen auf den Kranken ausgehen können.Die gesammte Umgebung des Kranken, sowohl die unbelebte alsdie belebte, muss diesem therapeutischen Regime der Kranken-pflege unterworfen werden; sie muss in jeder Beziehung bewusst somodificirt und gestaltet werden, dass dem Kranken stets das erreich-bar höchste Maass an Annehmlichkeit dargeboten wird. Hieraus er-giebt sich die Folgerung, dass alle Objekte und alle Personen,welche mit dem kranken Individuum in Beziehung oder Berührungtreten, der Beurtheilung und bewussten Beeinflussung i vom Stand-punkte der wissenschaftlichen Krankenpflege aus unterliegen. Währendder gesunde Mensch die Fähigkeit und zugleich die Verpflichtunghat, sich im wechselseitigen Kampf ums Dasein ja auch dazu ge-zwungen sieht auf seine Umgebung eine weitgehende Rücksicht zunehmen, erwächst, wenn es sich um die Fürsorge für kranke Menschenhandelt, dem Gesunden, dessen Obhut der Kranke anvertraut ist, alsoin erster Linie dem Arzte, die Pflicht, die gesammte Umgebung desKranken so einzurichten und auszuwählen, dass auf den Kranken in jederBeziehung die weitest gehende Rücksicht genommen wird. Von seinemGeschick, seinem Takte, seiner Erfahrung wird es schliesslich abhängen,die Anforderungen der Krankenpflege mit den gegebenen materiellenVerhältnissen in Uebereinstimmung zu bringen, die Hilfsmittel der Kran-kenpflege in geeigneter Weise auszuwählen und ihre Verwendung zweck-entsprechend zu regeln.

Um dieser Pflicht genügen zu können, ist es aber nothwendig, dassder Arzt die verschiedenartigen Hilfsmittel, über welche die heutigeKrankenpflege verfügt, in ausreichender Weise kennt, dass er sich mitihrer Beschaffenheit, der Art und Weise ihrer Beschaffung, sowie mit derArt ihrer Verwendung am Krankenbette aufs genaueste vertraut macht.Alsdann, wird er nicht nur in der Lage sein, seinen Kranken in nachhal-tigerer Weise und mit grösserem Erfolge hilfreich zur Seite zu stehen,sondern er wird auch das Vertrauen des Kranken, der erkennt, dass derArzt weiss, was ihm nützt und wohlthut, zu seiner Person und die Hoff-nung auf Genesung erheblich verstärken. (Vergl. v, L'eyden, Der Oomfortdes Kranken als Heilfactor. Zeitschr. f. Krankenpfl. April 1898).

Wir wollen nun im Folgenden zunächst diejenigen Hilfs-mittel der Krankenpflege im Zusammenhange zu betrachtenund zu schildern versuchen, deren Verwendung in der "Kran-kenbehandlung sich im grossen Ganzen mit der zweck-mässigen Regelung und Gestaltung der unbelebten Um-