4 P. Jacobsohn,
unter Comfort vorstehen wollen, und der Ausdruck dafür, dass hierineine wesentliche Unterstützung für den Erfolg der ärztlichen Behand-lung gegeben ist". In der That liegt in den citirten Worten eine sehrdeutliche und vortreffliche Definition des therapeutischen Begriffes „Kran-kencomfort"; es gehört eben hierhin Alles, was irgend dazu dienenkann, die Bequemlichkeit und Behaglichkeit des kranken Indivi-duums zu fördern und damit seine Resistenzfähigkeit zu unterstützen.Angeregt durch diese Ausführungen veröffentlichte M. Mendelsohn,welcher seither mit hervorragender Consecjucnz und Energie für dieFörderung des Krankencomforts und seinen Werth in der Krankenbehand-lung eingetreten ist, noch in demselben Jahre eine'durch ihre fesselndeDarstellung ausgezeichnete Abhandlung über „den Comfort des Kranken",in welcher sich der Verfasser bemühte, die Umrisse des Krankencomfortsetwas eingehender zu skizziren und die Aufmerksamkeit der ärzt-lichen Kreise in umfangreicherem Maasse auf diesen wichtigen Zweigder heutigen Krankenpflege hinzulenken, indem er nicht nur die her-vorragende praktische Bedeutung des Krankencomforts darlegte, son-dern auch hervorhob, dass, wie die gesammte Krankenpflege überhaupt,so auch diejenige Summe ihrer Hilfsmittel, welche sich unter dem Be-griffe des Krankencomforts zusammenfassen lässt, sich einer weiterenwissenschaftlichen Betrachtung, Bearbeitung und Ausgestaltung durchausbedürftig und zugänglich erweisen müsste. In der That haben die letztenJahre bereits in mannigfacher Hinsicht gezeigt, mit wie grosser Be-rechtigung von der Möglichkeit einer wissenschaftlichen Basirung derKrankenpflege und ihrer Hilfsmittel gesprochen werden konnte; diewichtigsten neueren Schriften über dieses Gebiet (vergl. besondersM. Mendelsohn: Die Krankenpflege. Hypurgie. 1898) zeichnen sichin augenfälliger Weise sowohl dadurch aus, dass denselben vielweitergehende Gesichtspunkte zu Grunde liegen als den früherenBehandlungen des Gegenstandes, als auch dadurch, dass die Art' derDarstellung, was Anordnung und Verwerthung des Stoffes anlangt,mit Nothwendigkeit erkennen lässt, dass die Krankenpflege nun-mehr berufen ist, in die Reihe der Disciplinen der wissenschaftlichenMedicin als gleichberechtigte Schwester einzutreten und als solche all-gemeine Anerkennung zu finden. In der wissenschaftlichen Therapietritt sie an die Seite der physikalisch-diätetischen Heilmethoden, derenweiterer wissenschaftlicher Ausbau neuerdings so erfolgreich in Angriffgenommen worden ist, und deren einen Sonderzweig sie gewisse™assenbildet. Allerdings müssen die exaeten Grundlagen für das wissen-schaftliche System der Krankenpflege, in erster Linie die klinisch-experimentellen Feststellungen' über die Wirkungsweise der verschieden-artigen Hilfsmittel der Krankenpflege noch in den meisten Punkten sehrerheblich ergänzt und erweitert werden, was nur durch lang-dauernde,mühevolle, methodisch durchgeführte Detailarbeit wird erreicht werdenkönnen.
Die heutige Krankenpflege und Krankenfürsorge stellt sich somit die